Berlin (SID) - DLV-Präsident Clemens Prokop glaubt nicht an einen Start Russlands bei der Leichtathletik-WM in London (5. bis 13. August). "Wenn man den Bericht liest, ist das eigentlich nicht realistisch", sagte Prokop dem SID. Am Montagabend hatte der Weltverband IAAF die Suspendierung Russlands wegen des dortigen mangelhaften Anti-Doping-Kampfes weiter verlängert.

"Ich begrüße die konsequente und klare Haltung der IAAF", sagte Prokop: "Russland darf als offizielle Mannschaft nur teilnehmen, wenn alle Kriterien erfüllt sind. Das ist derzeit nicht der Fall, deshalb ist die Entscheidung nur logisch und im Sinne der sauberen Athleten. Diese konsequente Haltung ist auch Vorbild für andere Sportorganisationen wie beispielsweise das Internationale Olympische Komitee."

Der Task-Force-Vorsitzende der IAAF, Rune Andersen, hatte zwar erklärt, Russland mache Fortschritte, allerdings müssten noch weitere "Meilensteine" erfüllt werden. Eine Grundvoraussetzung sei die Wiederaufnahme der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA in die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Dies werde wohl nicht vor November geschehen, sagte Andersen. 

In London werden russische Athleten Stand jetzt daher nur unter neutraler Flagge teilnehmen können. Bisher haben 35 Athleten eine solche Sondergenehmigung beantragt. Zu ihnen gehören unter anderem Iwan Uchow, Hochsprung-Olympiasieger 2012 in London, und Sergej Schubenkow, amtierender Weltmeister über 110 m Hürden.

Beide peilen wie die anderen 33 Sportler schon die Teilnahme an der Hallen-EM am ersten März-Wochenende in Belgrad an. Dafür müssen sie unter anderem einen umfangreichen Fragenkatalog beantworten, um nachzuweisen, dass sie von dem laut McLaren-Report staatlich verordneten Doping in ihrer Heimat nicht betroffen waren.