Berlin (dpa) - Die Bundesrepublik bekommt zum zwölften Mal ein neues Staatsoberhaupt. Bisher haben sich nur vier von ihnen nach ihrer ersten Amtszeit nochmals der Abstimmung gestellt: Theodor Heuss, Heinrich Lübke, Richard von Weizsäcker und Horst Köhler.

Weitere Zahlen aus der Geschichte der Bundespräsidentenwahlen:

2 IRRLÄUFER - Zu einer Panne kommt es 2004: Im ersten Wahlgang werden 602 Stimmen für Horst Köhler (CDU) verbucht - eine weniger als für die absolute Mehrheit erforderlich. Bei der von der Union geforderten zweiten Auszählung werden zwei Köhler-Stimmzettel im Paket von Gegenkandidatin Gesine Schwan (SPD) entdeckt. Seitdem müssen alle Wahlgänge drei Mal ausgezählt werden.

5 KANDIDATEN: Für die Nachfolge von Joachim Gauck sind 2017 erstmals wieder fünf offizielle Kandidaten im Rennen. Das letzte und bislang einzige Mal standen 1994 so viele Namen auf der Liste. Neben Roman Herzog (CDU) bewarben sich Johannes Rau (SPD), Hildegard Hamm-Brücher (FDP), Jens Reich (parteiloser Kandidat der Grünen) und Hans Hirzel (Republikaner) um das Amt. Herzog gewann im dritten Wahlgang.

8 VERSTORBENE - Von den bislang elf Bundespräsidenten sind die ersten acht gestorben, zuletzt Herzog im Januar. Außer Dienst sind Köhler, Christian Wulff und - ab März - Gauck.

8 FRAUEN - Alle acht Kandidatinnen scheitern bei der Wahl für das höchste Amt. Das beste Ergebnis mit nahezu 49 Prozent der Stimmen holt 2004 die Politologin Schwan gegen Köhler. Weitere Kandidatinnen waren etwa Bundestags-Vizepräsidentin Annemarie Renger (SPD, 1979), die Physikerin Dagmar Schipanski (CDU/CSU-Kandidatin, 1999), die Ex-Außenstaatsministerin Hamm-Brücher (FDP, 1994) und die als "Nazi-Jägerin" bekannt gewordene Beate Klarsfeld (Linke, 2012).

51 JAHRE - Als er 2010 das Amt des Bundespräsidenten antritt, ist Wulff mit 51 Jahren das bisher jüngste deutsche Staatsoberhaupt. Sein Nachfolger Gauck wiederum ist das älteste: Er zieht mit 72 Jahren ins Schloss Bellevue ein.

88,2 PROZENT - So viele Stimmen holt Theodor Heuss 1954 bei seiner Wiederwahl. Es ist das bisher beste Ergebnis in einer Bundesversammlung. Dahinter folgt Richard von Weizsäcker mit 86,2 (1989) und 80,9 Prozent (1984). Gauck holt 2012 auf Anhieb 80,4 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die geringste Mehrheit hat 1969 Gustav Heinemann im dritten Wahlgang: 50,05 Prozent.

598 TAGE: Am 17. Februar 2012 tritt Wulff nach einem Jahr, sieben Monaten und 19 Tagen infolge einer Affäre um einen günstigen Hauskredit und kostenlose Urlaube bei befreundeten Unternehmern zurück. Es ist die bisher kürzeste Amtszeit eines Bundespräsidenten.

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