Leipzig (dpa) - Nach dem abrupten Ende der Heimserie redeten die Leipziger nichts schön.

Von einer Krise wollten die RB-Profis und Trainer Ralph Hasenhüttl aber nichts wissen, auch wenn der erfolgsverwöhnte Aufsteiger nach dem ernüchternden 0:3 (0:2) gegen den Hamburger SV erstmals in seiner Debütsaison zwei Niederlagen nacheinander kassierte. "Wir bewerten die zwei Niederlagen in Folge nicht über. Aber wir analysieren natürlich, was zuletzt nicht gut gelaufen ist", sagte Hasenhüttl und lieferte gleich erste Erklärungen: "Wir haben viel versucht, wenig ist von dem geglückt. Das Werkzeug war einfach das falsche heute, deswegen konnten wir den Gegner kaum in Bedrängnis bringen."

Trotz massiver Offensivpower gelang den Leipzigern wie bei der 0:1-Niederlage eine Woche zuvor beim BVB kein Tor. Stattdessen brachte der jüngst erst von RB zu den Hanseaten gewechselte Kyriakos Papadopoulos die Gäste in der 18. Minute in Führung. Vor 42 558 Zuschauern legten der brasilianische Winter-Neuzugang Walace (24.) und der kurz zuvor eingewechselte Aaron Hunt in der Nachspielzeit nach.

"Wir haben heute eine wirklich perfekte Englische Woche, die so nicht zu erwarten war, mit einem tollen Sieg zu Ende gebracht", sagte HSV-Coach Markus Gisdol mit Blick auf das 1:0 am vorangegangenen Spieltag gegen Bayer Leverkusen und den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale durch einen 2:0-Sieg unter der Woche gegen den 1. FC Köln. Gisdol wollte den Sieg in seinem 100. Bundesligaspiel als Trainer zwar auch nicht überbewerten, der HSV verließ aber schon mal den Relegationsplatz.

Oben verloren die Leipziger weiter Boden als Bayern-Verfolger und liegen nun schon sieben Punkte hinter dem Tabellenführer. Auch die wohl offensivste Aufstellung seiner RB-Traineramtszeit konnte Hasenhüttl nicht vor der verdienten Niederlage retten - zuletzt hatte RB am 15. April 2016 in der zweiten Liga (0:1 gegen Sandhausen) daheim verloren.

"Heute hat nichts funktioniert, wir waren zu langsam mit dem Ball, haben keine Lösungen gefunden. Wir waren einfach nicht drin im Spiel", meinte Mittelfeldspieler Emil Forsberg - der 25-jährige Schwede durfte erstmals nach seiner Drei-Spiele-Sperre wieder ran. Er konnte aber wie die zuletzt wegen einer Grippe in Dortmund fehlenden Timo Werner, Diego Demme und Marcel Sabitzer keine Impulse setzen. "Gerade die, die letzte Woche krankheitsbedingt gefehlt haben, waren heute nicht mal bei 80 Prozent. Geschweige denn bei 100", erklärte der selbst noch unter den Nachwehen dieser Grippe leidende RB-Sportdirektor Ralf Rangnick.

Dabei war RB mit viel Tempo gestartet: In der dritten Minute schoss Werner aber knapp über das Tor des gebürtigen Leipzigers René Adler. Zwölf Minuten später verfehlte Werner nach einem Steilpass von Forsberg das HSV-Gehäuse deutlicher. Glück hatte RB, als US-Stürmer Bobby Wood nach gewonnenem Zweikampf gegen den erstmals in der Startelf stehenden 18 Jahre alten Franzosen Dayot Upamecano an Peter Gulacsi scheiterte. Bei der anschließenden Ecke setzte sich Papadopoulos im Kopfballduell gegen Halstenberg durch und sorgte für die HSV-Führung. Es kam aber noch schlimmer für RB, als Olympiasieger Walace ebenfalls per Kopfball nach einer Ecke das 2:0 erzielte.

Die Gastgeber hatten in dieser Phase noch Glück: Nach einem Konter verpasste der freistehende Filip Kostic (25.) nur knapp das RB-Gehäuse. Hasenhüttl reagierte, wechselte Upamecano aus, beorderte den erfahrenen Stefan Ilsanker in die Abwehrkette und brachte im Sturm den zweikampf- und vor allem auch kopfballstarken Yussuf Poulsen. Der Plan wäre beinahe aufgegangen, der Däne traf aber nur den Pfosten (35.). Acht Minuten später musste Poulsen mit einer Oberschenkelverletzung raus. Er wird voraussichtlich länger fehlen. Es passte zu einem für den Aufsteiger verkorksten 20. Spieltag.

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