Leverkusen (SID) - Leichtathletik-Legende Heide Ecker-Rosendahl hat den deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach für die Zulassung Russlands bei den Olympischen Spielen in Rio kritisiert. "Ich habe mich schon sehr gewundert, warum man sich nicht konsequent gegen Russland entschieden hat. Das hat dem olympischen Sport geschadet", sagte die Doppel-Olympiasiegerin dem SID vor ihrem 70. Geburtstag am Dienstag.

Das IOC hatte die Entscheidung über die Teilnahme russischer Sportler an die internationalen Sportfachverbände delegiert, die Leichtathleten waren in Brasilien wegen Staatsdopings gesperrt.

Ecker-Rosendahl, die 1972 in München Gold im Weitsprung und mit der 4x-100-m-Staffel sowie Silber im Fünfkampf gewann, wünscht sich, dass in Zukunft bei Olympia wieder der Athlet im Vordergrund steht. "Thomas Bach hat eine Zeit erlebt, als Olympia für die Athleten noch ein Erlebnis war. Es wäre mir wichtig, dass er es schafft, dies wiederzubeleben", sagte die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse, ist aber skeptisch: "Es geht nur noch ums Geldverdienen."

Ecker-Rosendahl ist es zuletzt "schwer gefallen", die Leichtathletik mit Begeisterung zu verfolgen. Themen wie Korruption im Weltverband und Doping "verderben mir schon ganz schön den Spaß daran", sagte sie.