St. Moritz (SID) - DER UNGLÜCKSRABE: Der Rücken. Wieder mal der Rücken. Felix Neureuther spürte einen Stich, verlor sein Duell gegen einen gewissen Matej Falat - und die deutsche Mannschaft war schon in der ersten Runde draußen. 1:3 gegen die Slowakei. Viel sagen wollte Neureuther danach nicht. "Ich muss jetzt schauen, dass ich meinen Rücken hinbekomme." Wer sah, wie sich der 32-Jährige aus dem Zielraum quälte, wie steif und langsam er sich bewegte, der kann sich kaum vorstellen, wie er das bis zum Riesenslalom am Freitag schaffen will.

DIE SENSATION: Dries van den Broecke trainiert im Pitztal, kommt aber aus Belgien und ist damit ein sogenannter "Exot". In seinen bisher fünf Weltcup-Rennen holte er exakt: null Punkte. Und doch bezwang der 21-Jährige in der ersten Runde den großen Marcel Hirscher, fünfmaliger Gewinner des Gesamtweltcups aus Österreich. Dass Belgien dennoch ausschied, schmälerte van den Broeckes Stolz nicht. "Wenn man gut trainiert, ist alles möglich", sagte er, und stellte seinen Traumlauf umgehend auf seine Facebook-Seite. Lob kam von höchster Stelle. "Er ist wirklich sehr, sehr gut gefahren", sagte Hirscher, der auch seinen zweiten Lauf im Viertelfinale gegen Schweden verlor und dort mit dem Titelverteidiger scheiterte. Der dreimalige Weltmeister Österreich blieb damit erstmals im Team-Wettbewerb ohne Medaille.

DIE SIEGER: Die Franzosen. Sie flogen ein bisschen unter dem Radar, obwohl sie 2011 schon einmal Weltmeister geworden waren. Außerdem hatten sie Läufer und Läuferinnen nominiert, die eher im Riesenslalom stark sind. Ihr Superstar, Alexis Pinturault, schwächelt in St. Moritz. Aber egal: Mathieu Faivre besiegte im entscheidenden Final-Duell gegen die Slowakei einen gewissen Matej Falat, Nummer 175 der Slalom-Rangliste.

VIER VERLIERT: Die Slowakei, hatte  DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier vor dem Achtelfinale gesagt, sei "machbar" - obwohl mancher im Team vor den starken Slalomistinnen des Gegners gewarnt hatte. Und die Skeptiker sollten recht behalten. Lena Dürr (Germering) verlor gegen Petra Vlhova (+0,11 Sekunden). Dann glich Stefan Luitz (Bolsterlang) gegen Andreas Zampa (+0,38) aus, doch als Christina Geiger (Oberstdorf) gegen Veronika Velez-Zuzulova den Kürzeren zog, weil sie an einem Tor vorbei fuhr, musste Neureuther liefern - aber der Partenkirchner scheiterte gegen Falat. Viktoria Rebensburg (Kreuth) und Linus Straßer (München) kamen nicht zum Einsatz.

DAS RENNEN: Rasant. Spektakulär. Fast ein Länderspiel auf Skiern. Gut, dass dieser Wettbewerb 2018 in Pyeongchang/Südkorea olympisch wird. 

WAS NOCH ZU SAGEN WÄRE: "Am liebsten würde ich heim fahren oder etwas kaputthauen. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das ärgert." (DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier)