Paris (SID) - Für Bernard Tapie (74) hatte die Strahlkraft von Franz Beckenbauer in seiner Zeit bei Olympique Marseille auch Einfluss auf die Schiedsrichter. "Beckenbauer war nur wenige Monate Trainer, aber die Schiedsrichter standen Schlange, um auf dem Spielball ein Autogramm von ihm zu erhalten", sagte Tapie, der Ex-Präsident von Olympique Marseille (1986 bis 1994), im Interview der französischen Sport-Tageszeitung L'Equipe.

Tapie hatte Kaiser Beckenbauer nach dem deutschen WM-Triumph 1990 in Italien zu OM geholt. Olympique Marseille hatte 1993 im Münchner Olympiastadion gegen den AC Mailand (1:0) den bislang einzigen Europapokal der Landesmeister bzw. Champions-League-Titel für Frankreich gewonnen (1:0). Trainer damals war allerdings nicht mehr Beckenbauer, sondern der Belgier Raymond Goethals. Zum siegreichen Marseille-Team gehörte auch Rudi Völler.

Tapie hält Paris St. Germain für den einzigen möglichen französischen Kandidaten auf einen Europapokalgewinn, falls der Sponsor aus Katar "bei der Stange bleibt". Zur aktuellen Situation fällt dem "Macher" des Europapokalgewinns nur eins ein: "Du musst nicht deine drei besten Spieler betrachten, sondern deine fünf schlechtesten." 

Deshalb empfiehlt der einstige Strippenzieher dem Dauermeister PSG, der international im Frühjahr immer wieder scheitert: "Sie brauchen einen Sportdirektor von internationalem Niveau. Der Name Patrick Kluivert sagt mir nichts." Vor Wochenfrist war PSG nach einem 4:0-Hinspielsieg im Champions-League-Achtelfinale im Rückspiel durch ein 1:6 am FC Barcelona gescheitert.