Stuttgart/Wolfsburg (dpa) - Die Verteilung der Macht im Volkswagen-Konzern hängt davon ab, wer die Stammaktien mit Stimmrechten hält. Im Gegensatz zu den im Dax gehandelten, stimmrechtslosen Vorzugsaktien gibt es bei den Besitzverhältnissen der Stammaktien normalerweise kaum Bewegung.

Die Familien Porsche und Piëch verhandeln nun, wer den "wesentlichen Anteil" Ferdinand Piëchs an diesen Stammaktien übernehmen könnte.

Laut dem letzten Geschäftsbericht von VW hält die von den Familien Piëch und Porsche kontrollierte Porsche SE (PSE) als Hauptaktionärin 52,2 Prozent der Stimmrechte. Als zweitgrößter Eigner folgt das Land Niedersachsen mit 20 Prozent. Der dritte Hauptaktionär ist die staatliche Investmentgesellschaft des Emirats Katar, die Qatar Holding (17 Prozent). Die übrigen 10,8 Prozent befinden sich in Streubesitz und entfallen auf sonstige Aktionäre.

Die Porsche SE ist eine reine Beteiligungsgesellschaft. Ihr Anteil am gezeichneten Gesamtkapital von VW beträgt knapp 31 Prozent. Dass sie trotzdem mehr als die Hälfte der Stimmrechte hält und damit die de facto Kontrolle über den Konzern hat, liegt an der Trennung in Stamm- und Vorzugsaktien. Die Stammaktien der Porsche SE selbst werden laut deren Geschäftsbericht mittelbar ausschließlich von Mitgliedern der Familien Porsche und Piëch gehalten.

VW-Geschäftsbericht 2016 (Stimmrechtsverteilung im Text auf S. 117)

Letzter Geschäftsbericht der Porsche SE (2015)