Köln (dpa) - Hass und Extremismus haben nach Einschätzung von Friedenspreisträgerin Carolin Emcke in Deutschland eine neue Qualität erreicht. "Man kann sagen, dass es immer dieses Sediment von Antisemitismus, Rassismus und Homophobie gab", sagte sie bei der Lit.Cologne in Köln. Verändert habe sich aber die Qualität. Die Scham sei weggefallen. Sie nannte als Beispiel die Briefe, die ihr zu ihren Artikeln zugeschickt würden. Da habe es auch früher schon nicht besonders freundliche gegeben - allerdings ohne Namen und Adresse des Absenders. Heute sei das anders. Die Absender seien geradezu stolz antisemitisch und homophob. Das sei ein Symptom für die Veränderung.