München (SID) - Alarmstimmung bei den Absteigern: Den VfB Stuttgart beschäftigt seine sportliche Krise, Hannover 96 sorgt weiter mit Diskussionen um Trainer Daniel Stendel für Schlagzeilen und Trubel. Nutznießer der Probleme bei den großen Favoriten im engen Aufstiegsrennen der 2. Liga sind aktuell Eintracht Braunschweig und Union Berlin. Selbst Dynamo Dresden darf sich nach einem 2:0 gegen Sandhausen noch leise Hoffnungen machen. 

Die "Eisernen" von Union könnten am Montag (20.15 Uhr/Sky) mit einem Sieg gegen den 1. FC Nürnberg erstmals in dieser Saison sogar die Tabellenspitze übernehmen. "Wir werden alles dafür tun", sagte Trainer Jens Keller.

Ganz oben steht zumindest bis dahin noch der VfB - trotz eines ernüchternden 0:1 bei der SpVgg Greuther Fürth. Für die Schwaben, die lange Zeit souverän in Richtung Aufstieg marschiert waren, war es bereits das dritte Spiel in Folge ohne Sieg. "Jetzt werden wir uns schütteln und hart arbeiten, um wieder aufzustehen", sagte VfB-Trainer Hannes Wolf trotzig.

Nur noch magere drei Punkte beträgt der Vorsprung auf Hannover und Rang vier, zwei sind es noch zu Union und Braunschweig, das bereits am Freitag glücklich 3:2 gegen Heidenheim gewonnen hatte. "Es liegt viel Arbeit in der Länderspielpause vor uns, damit wir die Kurve wieder kriegen", sagte Stuttgarts Kapitän Christian Gentner nach dem Rückschlag, den Veton Berisha (9.) mit seinem Treffer besiegelt hatte. 

Bei Hannover herrschte nach dem mageren 0:0 beim FC St. Pauli weiter Ungewissheit über die Zukunft von Stendel. "Wir werden die Eindrücke sammeln, diese bewerten und dann eine Entscheidung treffen. Natürlich werde ich mich auch mit Martin Kind austauschen. Wir haben jetzt 14 Tage Zeit", sagte der neue 96-Sportchef Horst Heldt in der Trainer-Frage, die die Niedersachsen seit Wochen beschäftigt.

St. Paulis erfahrener Coach Ewald Lienen kann dies überhaupt nicht nachvollziehen. "Dass in so einer Tabellensituation der Trainer überhaupt infrage gestellt wird, ist für mich bezeichnend, skandalös und lächerlich", sagte er in aller Deutlichkeit.

Der Kiez-Klub hatte trotz einer ganz schwachen Hinrunde an Lienen festgehalten und inzwischen die Abstiegsplätze verlassen. Doch in Sicherheit befindet sich St. Pauli noch lange nicht. Wie ganz oben ist auch unten die Lage äußerst umkämpft.

Bielefeld sendete nach der Entlassung von Jürgen Kramny mit Interimscoach Carsten Rump durch ein 2:0 gegen Kaiserslautern ein Lebenszeichen - ebenso wie 1860 (2:1 gegen Würzburg). Aue holte am Sonntag in Bochum einen wichtigen Punkt (1:1).

Der große Verlierer des 25. Spieltags ist der Karlsruher SC. Das Team von Trainer Mirko Slomka stürzte nach dem 0:3 gegen Fortuna Düsseldorf auf den letzten Rang ab und hat nun schon vier Zähler Rückstand zum rettenden Ufer.