Los Angeles (SID) - Tennis-Superstar Maria Scharapowa rechnet nach dem Ablauf ihrer 15-monatigen Dopingsperre mit einem steinigen Weg zurück in die Weltspitze. "Wird es schwierig werden? Absolut. Ich trainiere seit vier Monaten wirklich hart. Aber Übungseinheiten sind eben keine Matches. Es ist ein Unterschied, wenn man auf der anderen Seite des Netzes jemanden sieht", sagte die 29-jährige Scharapowa am Rande einer Frauen-Konferenz in Mission Hills/Kalifornien. 

Die Russin, die im vergangenen Jahr des Meldonium-Missbrauchs überführt worden war, wird am 26. April beim WTA-Turnier in Stuttgart ihr Comeback feiern. "Ich habe meinen Job zurück. Das ist großartig", meinte Scharapowa, die sich vier Wochen vor ihrer Rückkehr auf die WTA-Tour betont kämpferisch gibt. 

"Ich bin in meiner sportlichen Karriere an einem Punkt angelangt, an dem ich näher am Ende als am Anfang bin. Und man möchte ein solches Kapitel nach den eigenen Regeln beenden", betonte die fünfmalige Major-Siegerin. Genau deshalb habe sie "so hart" um die Wahrheit gekämpft: "Man realisiert nicht, wie sehr man etwas liebt, bis man es für einige Zeit verliert."

Pikant ist allerdings, dass die Sanktion von Scharapowa erst abläuft (25. April), wenn das Turnier in Stuttgart bereits begonnen hat. Ihr Erstrundenmatch bestreitet die frühere Nummer eins deshalb erst am 26. April, nachdem sie in den Tagen zuvor die Anlage wegen ihrer noch laufenden Dopingsperre gar nicht betreten darf. 

Viele Profis wie Angelique Kerber (Kiel) und Caroline Wozniacki (Dänemark) hatten die "Lex Scharapowa" kritisiert. Auch für die Sandplatz-Turniere in Madrid und Rom hat die Russin, die keine offizielle Weltranglisten-Platzierung mehr hat, bereits Wildcards bekommen. 

Der französische Profi Jo-Wilfried Tsonga sagte mit Blick auf einen möglichen "Freibrief" für Scharapowa für die French Open in Paris (ab 28. Mai): "Das wäre ungefähr so, als würde man ein Kind, das sich schlecht benommen hat, mit Süßigkeiten belohnen."