Potsdam (SID) - Neuer Ärger für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV): Der Landesschwimmverband Brandenburg (LSV) hat das Angebot des DSV vorerst abgelehnt, in Potsdam einen Bundesstützpunkt mit dem Bundesstützpunkttrainer Jörg Hoffmann zu installieren. Einen entsprechenden Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) bestätigte DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff dem SID. "Die Kooperationsvereinbarung wurde vom LSV vorerst nicht unterschrieben. Jetzt muss man sehen, ob und wann es neue Gespräche gibt", sagte Fornoff.

Bei der Absage geht es offenbar vor allem darum, dass der DSV mit Chef-Bundestrainer Henning Lambertz den zweimaligen Weltmeister Hoffmann (47) mit aller Macht zum Bundesstützpunkttrainer ernennen will. "In nicht zu akzeptierender Weise wird versucht, Personalentscheidungen durch den DSV zu treffen", kritisierte LSV-Chefin Sylvia Madeja in einem Schreiben: "Wir lassen uns als Landesverband nicht vom DSV erpressen."

Hoffmann reagierte enttäucht über die neuen Entwicklungen. "Hier wird 25 Jahre Arbeit der Leute, auch vieler Ehrenamtler, für den Schwimmsport in Potsdam in den Dreck gezogen", sagte der Olympiadritte von 1992 der MAZ: "Die Chance Bundesstützpunkt bekommen wir nicht noch mal."

Eigentlich galt es bereits als sicher, dass Potsdam neben Berlin, Hamburg, Heidelberg und Essen zum Bundesstützpunkt für die Beckenschwimmer aufsteigt. Ob nun die Chancen von Halle/Saale und Magdeburg, die sich als Doppel-Lösung ebenfalls noch Hoffnungen auf den Status Bundesstützpunkt machen, gestiegen sind, ist offen. Angeblich will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) erst im Juli diesbezüglich finale Entscheidungen treffen.