Frankfurt/Main (SID) - Zeitnot und noch höhere Kosten: Der Bau seiner neuen Akademie stellt den Deutschen Fußball-Bund (DFB) weiter vor erhebliche Probleme. Präsident Reinhard Grindel gab beim Main-Palais-Gespräch der FAZ in Frankfurt zu, "dass wir anfangen werden, uns nach anderen Flächen umzusehen", sofern bis zur nächsten Präsidiumssitzung am 19. Mai keine Rechtssicherheit für die Bebauung bestehe.

Am 5. Mai entscheidet das Oberlandesgericht Frankfurt, ob die Stadt dem Rennklub in Niederrad den Pachtvertrag korrekt gekündigt hat und der DFB dort seine millionenschwere Zentrale errichten darf. Sollte dies der Fall sein, dürften sich die Kosten laut Grindel auf 140 Millionen Euro belaufen. "Unter anderem, weil das Gefälle des Grundstücks stärker ist als erwartet", sagte der Verbandsboss.

Ursprünglich hatte der DFB mit Kosten von 90 Millionen Euro gerechnet, die aber bereits im vergangenen Jahr beim Bundestag in Erfurt auf rund 125 Millionen Euro korrigiert worden waren. Zur Absegnung der Kosten hatte Grindel damals die Einberufung eines Außerordentlichen Bundestags in diesem September angekündigt. 

Dieser würde zwar abgesagt werden, sollte bis zum 19. Mai keine Entscheidung fallen. Das Gesamtprojekt wird laut Grindel allerdings keinesfalls aufgegeben. "Wir wollen mit der Akademie den neuen DFB bauen und dort alles bündeln", sagte der 55-Jährige: "Die aktuelle Bürosituation ist für die Mitarbeiter nicht mehr zumutbar. Wir brauchen eine Perspektive, dass es besser wird."

Der DFB hatte eigentlich spätestens 2018 in das Leistungszentrum umziehen wollen. Dieser Zeitplan lässt sich nun allerdings kaum noch einhalten.