Caracas (dpa) - Zu wenig Lebensmittel, Medikamente und Brot; eine dramatische Geldentwertung, hohe Mordquoten: Dennoch hält sich der sozialistische Präsident Nicolás Maduro in Venezuela an der Macht. Fünf Dinge, die ihm dabei helfen:

INTERNATIONALE UNEINIGKEIT: Innerhalb der 35 Mitgliedsstaaten der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gibt es keine einheitliche Linie. Länder wie Kuba, Bolivien und Ecuador halten weiter zu Maduro. Und im Inneren nutzt Maduro ausländische Attacken als Beleg für seine These vom Wirtschaftskrieg, der verantwortlich sei für die Misere.

MILITÄR: Nach Schätzungen gibt es bis zu 150 000 Soldaten; in rund 18 Jahren sozialistischer Regierung wurden die Führungspositionen mit Getreuen besetzt - und es wird auf eine gute Versorgung der Soldaten geachtet. Aber anders als der charismatische Hugo Chávez ist Maduro kein Militär; es soll Strömungen geben, die gegen ihn rebellieren.

OPPOSITION: Die Parlamentswahl 2015 gewann das Bündnis "Mesa de la Unidad Democrática" klar, im MUD sind unter anderem konservative, liberale und indigene Parteien vereinigt. Doch es gibt keine klare Führungsfigur: Die einen sind für einen - vom Vatikan unterstützten - Dialog mit Maduro, andere wollen den Protest auf die Straße tragen.

JUSTIZ: Der Oberste Gerichtshof (Tribunal Supremo de Justicia/TSJ) hat seit der Wahl 2015 nicht eine Entscheidung gegen die Regierung getroffen, aber viele Parlamentsentscheidungen annulliert. Ebenso hat er die Einsprüche gegen das Regierung mit Notstandsdekreten abgewiesen. Andere Gerichten stoppten vorerst ein Referendum zur Abwahl Maduros.

CHAVISTAS: Es ist unklar, ob Maduro 2018 erneut antritt. Ihm hilft, dass ein klarer Kronprinz fehlt. Ein Kandidat wäre Vizepräsident Tareck El-Aissami. Ihm wird aber Verstrickung in den Kokainhandel vorgeworfen, die USA haben Vermögen eingefroren. Und nicht zu unterschätzen: In Armenvierteln ist der Zuspruch zu Maduro noch hoch.