Berlin/Rüsselsheim (dpa) - Bund und Opel-Länder wollen bei einem Spitzentreffen mit Peugeot-Chef Carlos Tavares in Berlin mehr über den Fahrplan bei der Übernahme des deutschen Autobauers erfahren.

Wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Länderkreisen erfuhr, hat Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) für diesen Mittwoch neben Tavares auch die Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Werken, Volker Bouffier (Hessen/CDU), Bodo Ramelow (Thüringen/Linke) und Malu Dreyer (Rheinland-Pfalz/SPD) eingeladen.

Zudem werden der Opel-Koordinator Matthias Machnig (SPD), Gewerkschaften, Betriebsräte und Opel-Management vertreten sein. Vor allem die Arbeitnehmervertreter wollen von PSA-Konzernchef Tavares hören, wie der angestrebte Eigentümerwechsel von General Motors (GM) zu den Franzosen über die Bühne gehen soll. So pochen Gewerkschaften und Betriebsräte darauf, dass Tarifvereinbarungen mit GM zu Kündigungsschutz und Investitionsplanungen in den Verträgen mit PSA sauber abgebildet sind.

Die vergangene Woche unterbrochene Betriebsversammlung im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur an diesem Donnerstag fortgesetzt werden. Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen war der Vorstand zunächst zu viele Antworten schuldig geblieben.

GM und PSA hatten sich Anfang März auf den Opel-Verkauf geeinigt, der bis zum Jahresende juristisch abgeschlossen sein soll. Die Franzosen sollen für das GM-Europa-Geschäft samt der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro zahlen. Opel/Vauxhall beschäftigt rund 38 000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.