Bremen (dpa) - Der SV Werder Bremen hat seine wundersame Erfolgsserie auch gegen den Angstgegner FC Schalke 04 fortgesetzt. Durch das klare 3:0 (1:0) machten die Hanseaten einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt und dürfen auf einmal sogar von der Europa League träumen.

Die Europapokalhoffnungen der Königsblauen dagegen sanken nach der schwachen Vorstellung auf ein Minimum. Das Team von Trainer Markus Weinzierl muss sich nun voll auf die Europa-League-Duelle gegen Ajax Amsterdam konzentrieren.

Vor 42 100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion erzielten Theodor Gebre Selassie (24. Minute), Max Kruse (76./Foulelfmeter) und der eingewechselte Maximilian Eggestein (80.) die Tore für die Gastgeber, die in den vergangenen sieben Spielen unfassbare 19 Punkte sammelten und in der Tabelle der Fußball-Bundesliga an Schalke vorbei auf Rang acht kletterten. Es war der erste Bremer Heimsieg gegen Schalke seit neun Jahren. "Wir haben im Moment einfach einen guten Lauf. Wir müssen einfach weiter von Spiel zu Spiel denken, dann ist viel möglich. Die Fans waren Weltklasse", sagte Bremens Miloš Veljković.

Schalke dagegen zeigte eine ideenlose Vorstellung und rutschte in der Tabelle auf Rang zehn ab. "Wir dürfen jetzt nicht den Kopf verlieren", mahnte Kapitän Benedikt Höwedes. "Wir hatten eigentlich eine gute Phase zuletzt, haben uns heute aber selbst geschlagen."

Bremen startete mit dem Selbstbewusstsein der vergangenen Wochen mutig und druckvoll. Einen Kopfball des wieder genesenen Zlatko Junuzovic fing Schalke-Keeper Ralf Fährmann sicher (2.). Aber auch die Gäste versteckten sich nicht. Nach einer hektischen Anfangsphase bekam Schalke die Partie mehr und mehr in Griff und bestimmte das Spiel, ohne jedoch nach vorne wirklich gefährlich zu werden.

Mit ihrer ersten klaren Torchance gingen die Bremer dann in Führung. Junuzovic hatte nach einem Freistoß auf dem rechten Flügel zu viel Platz und flankte wuchtig vor das Tor, wo Gebre Selassie per Kopf vollenden konnte. Schalke war um eine schnelle Antwort bemüht, einen Schuss von Max Meyer konnte Bremens Torhüter Felix Wiedwald aber wie auch Daniel Caligiuris Nachschuss abwehren (28.).

Kurz vor der Pause parierte Wiedwald nach einem Freistoß erneut gegen Meyer (40.), Leon Goretzka zielte knapp über das Tor (44.). Die Gäste hatten zwar deutlich mehr Ballbesitz, agierten nach vorne jedoch zu einfallslos. Werder stand hinten auch ohne den verletzten Abwehrchef Lamine Sané sicher und ließ nur wenig zu.

Nach der Pause agierte Schalke druckvoller. Schöpf schoss nach schöner Kombination der Gäste über das Tor (58.), Wiedwald hielt erneut stark gegen Meyer (59.). Auf der Gegenseite klärte Fährmann nach einem Bremer Konter vor dem heranstürmenden Florian Grillitsch. Die Norddeutschen ließen bei ihren wenigen Gegenstößen zunächst die Präzision vermissen und spielten die Konter nicht clever genug aus.

Ein Foulelfmeter sorgte schließlich für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber: Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes foulte Fin Bartels im Strafraum, Kruse ließ sich die Gelegenheit vom Punkt nicht entgehen (76.). Der eingewechselte Eggestein traf mit seinem ersten Bundesliga-Tor nach einem Konter sogar zum 3:0 (80.).

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