Aarhus (SID) - Paris verspricht die "spektakulärsten Spiele aller Zeiten" - Los Angeles setzt auf ein Event "ohne Risiko und Überraschungen": Die beiden Kandidaten-Städte für die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2024 haben auf dem SportAccord-Kongress in Aarhus/Dänemark ihre Konzepte vorgestellt und die heiße Vergabephase eingeläutet. In der Debatte um die Doppelvergabe der Spiele 2024 und 2028 hielten sich beide Städte zurück.

Der erste "Sieg" ging an Frankreich. Paris präsentierte sein Konzept in nur elf Minuten, Los Angeles benötigte vier Minuten länger. Vorgegeben waren zehn Minuten. Etienne Thobois, Direktor der Pariser Bewerbung, versprach den Vertretern der internationalen Sportfachverbände: "Wir bieten einen kompakten Veranstaltungsort mit dem Besten, was unser Stadtzentrum zu bieten hat."

Wie der frühere Weltklasse-Badmintonspieler ausführte, gehörten die bereits vorhandenen Veranstaltungsorte auf Weltklasse-Niveau genauso dazu wie ungewöhnlichen Lösungen für die temporären Arenen. "Natürlich wird der Eiffelturm eingebunden", sagte Thobois.

Größere Probleme würden in den verbleibenden sieben Jahren von Paris nicht ausgehen. "90 Prozent unserer Wettkampfstätten sind bereits vorhanden oder von vorübergehender Dauer", meinte Thobois. 22 Sportarten werden innerhalb eines Radius' von zehn Kilometern ausgetragen; 85 Prozent der Athleten benötigten maximal 30 Minuten zu ihrem Wettkampfort. "Paris hat Olympia in der Seele", fügte Bürgermeisterin Anne Hidalgo hinzu.

Eric Garcetti, Bürgermeister von Los Angeles, betonte, dass es sich bei der Bewerbung seiner Stadt nicht um ein Regierungsprojekt, sondern um eine privat finanzierte Bewerbung handele. Zudem erwarte die Olympische Spiele in den USA ein lukrativer Sportmarkt von 250 Milliarden US-Dollar. "Wir sind eine optimistische, kreative und lustige Stadt", sagte Garcetti.

Einen Seitenhieb Richtung Paris konnte sich Garcetti nicht verkneifen. "Wir fokussieren uns nicht auf die letzten, sondern auf die kommenden 100 Jahre", sagte das Stadtoberhaupt in Anspielung auf die historische Bedeutung der Pariser Bewerbung, die damit wirbt, dass Paris bereits 100 Jahre zuvor, im Jahr 1924, die Jugend der Welt zu Gast hatte. Garcettis unterstrich die besondere Energie der Jugend und Vielfalt, die von Los Angeles ausgehe.

Weiterhin fraglich ist, ob die Spiele tatsächlich wie geplant am 13. September dieses Jahres in Peru/Lima vergeben werden. Wegen der jüngsten Überflutungen im Lande ist die IOC-Session gefährdet. Alejandro Blanco, Präsident des spanischen olympischen Komitees, lotet derzeit im Auftrag des IOC die Lage in Peru aus.

Zumindest Los Angeles zeigte sich vorsichtig gesprächsbereit für eine Änderung des Bewerberverfahrens. "Wir glauben, dass die Diskussion um 2024 und 2028 sehr vernünftig ist, und zum Glück hat das IOC zwei große Bewerberstädte, die beide in der Lage sind, 2024 aufregende Spiele zu organisieren", sagte Wasserman. 

IOC-Präsident Thomas Bach plant schon seit Monaten eine Änderung des Bewerberverfahrens und hat aus diesem Grund vor drei Wochen eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. In Aarhus führten Bachs vier Vizepräsidenten Gespräche mit den beiden Bewerbungskomitees.

"Wir alle kämpfen um 2024, aber wir sind offen für Gespräche", sagte Garcetti. Los Angeles werde die olympische Bewegung immer unterstützen, "für die nächsten 100 Jahre", so der Bürgermeister. Eine klares Ja zur Doppelvergabe vermied aber auch Garcetti: "Wenn sie also entscheiden, da gibt es einen neuen Weg, dann werden wir uns das anhören. Aber wir sind nicht darauf vorbereitet. Wir bereiten uns für eine Vergabe 2024 vor."