Köln (SID) - TV-Rechteinhaber Discovery, Mutterkonzern des Spartensenders Eurosport, hofft weiter auf eine Teilnahme der Stars aus der nordamerikanischen Profiliga NHL am olympischen Eishockey-Turnier 2018 in Pyeongchang/Südkorea. "Wir unterstützen weiterhin die Bemühungen des IOC und des Weltverbandes IIHF, eine positive Entscheidung mit der NHL zur Teilnahme ihrer Spieler zu finden", teilte Discovery-Presseprecherin Daniela Allgayer-Koreimann dem SID auf Anfrage mit.

Natürlich sei man sich im Hause Discovery/Eurosport der Bedeutung einer Teilnahme der NHL-Profis bewusst. "Wir wissen, dass sich alle leidenschaftlichen Eishockey-Fans und jeder, der sich für sein Nationalteam begeistert, wünscht, dass die besten Spieler auch bei den Olympischen Winterspielen zu sehen sind", sagte Allgayer-Koreimann. Ohne die Teilnahme der NHL-Akteure würde das olympische Turnier sportlich und in der äußeren Wahrnehmung deutlich an Wert verlieren.

Von einer Einigung sind die beteiligten Parteien aber derzeit so weit entfernt wie Nordamerika vom Austragungsland Südkorea. Die NHL hatte am vergangenen Montag nach zähen Verhandlungen mit dem Internationalen Olympische Komitee einer notwendigen Unterbrechung der NHL-Saison 2017/18 eine Absage erteilt. "Wir betrachten die Sache damit als offiziell abgeschlossen", hieß es in der Mitteilung.

Letztmalig fanden Olympische Winterspiele 1994 in Lillehammer/Norwegen ohne die Cracks aus der besten Eishockeyliga der Welt statt. Damit muss auch Deutschland auf Korsettstangen wie Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Tom Kühnhackl (Pittsburgh Penguins) oder Thomas Greiss und Dennis Seidenberg (beide New York Islanders) verzichten.

Ein wichtiger Punkt neben Sorgen wegen der Unterbrechung der Saison sowie der Notwendigkeit eines komprimierten Spielplans war das Thema Geld. Das IOC hatte zuletzt erklärt, sich anders als bei den fünf vorherigen Spielen ab Nagano 1998 nicht mehr an den Reise- und Versicherungskosten der NHL-Stars zu beteiligen.