Berlin (SID) - Box-Legende George Foreman räumt Anthony Joshua im "Kampf der Generationen" gegen Wladimir Klitschko am 29. April vor 90.000 Zuschauern in London leichte Vorteile ein. "Wenn ich ein Spieler wäre, würde ich Joshua als 6:5-Favoriten sehen. Also ganz knapp vorn", sagte der frühere Profi-Weltmeister der Sport Bild.

Für den 27 Jahre alten Joshua, der sämtliche seiner 18 Profikämpfe vorzeitig gewonnen hat, werde es jedoch die "erste richtige Probe", prophezeite Foreman. "Klitschko weiß, wie man gewinnt, und versteht, wie man Körpergröße einsetzt. Es wird ein schwerer Kampf", sagte der 68-Jährige, der als Champion 1974 im legendären "Rumble in the Jungle" Muhammad Ali in der achten Runde durch K.o. unterlag.

Allerdings ist für den Olympiasieger von 1968 auch ein Sieg des 41 Jahre alten Klitschko denkbar. "Und falls er sich den WM-Titel zurückholen sollte, oh mein Gott! Stellen Sie sich das einmal vor. Wenn Klitschko gewinnt, dreht die Boxwelt durch!", sagte der US-Amerikaner.

Foreman kennt sich mit späten Titelgewinnen bestens aus. 1994 wurde er mit 45 Jahren Schwergewichts-Champ und stellte damit einen Rekord auf. "Ich bin überzeugt, dass es irgendwann einen Schwergewichtler gibt, der meinen Rekord überbietet. Denn wir schweren Jungs hängen von unserer Schlagkraft ab. Es gibt immer einen 45- oder 46-Jährigen irgendwo auf der Welt, der richtig zuschlagen kann", sagte der Texaner, der nach seiner Box-Karriere unter anderem als christlicher Prediger und Verkäufer von elektrischen Grills auftrat.

Auch mit 68 Jahren hat der frühere Champ das Boxen noch nicht aufgegeben und trainiert manchmal im Gym. "Jeden Tag um die Mittagszeit denke ich: Ich kann es noch! Sobald es 18 Uhr ist, denke ich aber: Es ist Zeit zum Schlafen. Für sechs Stunden wacht der alte Kämpfer auf."