Köln (SID) - Vorrundensieger Red Bull München und die Grizzlys Wolfsburg stehen im Finale um die 97. deutsche Eishockey-Meisterschaft. Vor dem Start am Sonntag (16.45 Uhr/Sport1 und Telekomeishockey.de) beantwortet der Sport-Informations-Dienst (SID) die wichtigsten Fragen zur Neuauflage der letztjährigen Endspielserie.

Ist es das Traumfinale?

Nein, das Duell der Werksklubs des Brause-Herstellers Red Bull und des Autobauers VW lockte schon vor einem Jahr die wenigsten Zuschauer in 22 DEL-Finals an. Nur 21.290 Besucher kamen zu den vier Endspielen, 5323 im Schnitt.

Warum?

Es ist "El Plastico", zwei Klubs ohne jegliche Tradition treffen aufeinander. Der EHC Wolfsburg trat 1996 in der Regionalliga die Nachfolge des in Konkurs gegangenen EC an. Nach einem DEL-Jahr 2004/05 kehrten die Niedersachsen 2007 in die höchste Klasse zurück. VW bestreitet rund 70 Prozent des 7,2-Millionen-Budgets. Der EHC München begann 1998 in der Bezirksliga und ist erst seit 2010 in der DEL. Red Bull ist seit vier Jahren 100-prozentiger Gesellschafter.

Wer ist der Favorit?

München, bestes Team der Hauptrunde, hat bei einem geschätzten Jahresetat von 12,5 Millionen Euro die teuerste Mannschaft der Liga und im Vergleich zum Vorrundenfünften Wolfsburg den breiteren Kader. Außerdem reichten den Bayern neun Play-off-Spiele zum Einzug ins Finale. Die Grizzlys benötigten 13. München hat statistisch den besten Torhüter (Danny aus den Birken mit 1,25 Gegentoren im Schnitt) und den besten Verteidiger (Konrad Abeltshauser mit dem Plus-Minus-Wert 8) der Play-offs. Zudem ist der Titelverteidiger in Überzahl (23,68 Prozent) und in Unterzahl (96,88) deutlich besser als sein Herausforderer.

Welcher Trainer ist besser?

Don Jackson, im dritten Jahr bei Red Bull an der Bande, ist quasi eine Titelgarantie. Der Amerikaner, einst an der Seite des legendären Wayne Gretzky zweimal Stanley-Cup-Sieger, stand bislang siebenmal im DEL-Finale. Fünfmal gewann er mit den Eisbären Berlin den Silberpokal, vor einem Jahr mit München, nur bei seinem Debüt 2006 mit der Düsseldorfer EG unterlag er. Wolfsburgs Pavel Gross gilt als akribischer Arbeiter und gewiefter Taktiker. Er hat die wirtschaftlich vergleichsweise kleinen Grizzlys in sieben Jahren sechsmal ins Halbfinale und dreimal ins Finale geführt.

Wer ist der Star des Finales?

Einer, der kein Star sein will: Michael Wolf. Der Ex-Nationalspieler ist mit 299 Treffern zweitbester Torjäger der DEL-Geschichte - hinter dem Nürnberger Patrick Reimer (305), der im Halbfinale ausschied. Seinen "Kindheitstraum" vom ersten Meistertitel hat sich der 36-Jährige im Vorjahr erfüllt. 

Wann fällt die Entscheidung?

In der Best-of-seven-Serie sind vier Siege zum Titelgewinn notwendig. München schaffte es im Vorjahr als erstes Team in vier Spielen. Gibt es nach 60 Minuten keinen Sieger, wird so lange in 20-Minuten-Abschnitten verlängert, bis ein Tor fällt. Das längste Play-off-Spiel dauerte 168:16 Minuten (Köln gegen Mannheim 5:4 am 22. März 2008).

Wer zeigt das Finale?

Sport1 überträgt bis zu vier Finalspiele live im Free-TV. Die Deutsche Telekom überträgt per Livestream über TV, PC, Tablet oder Smartphone alle Partien live - für Telekom-Kunden kostenlos, für alle anderen gegen monatliche Gebühren.