Damaskus (dpa) - Syrien wird seit Jahrzehnten von der Assad-Familie regiert. 1963 putschte sich die säkular-nationalistische Baath-Partei mit Hilfe von Offizieren an die Macht.

Zu den führenden Köpfen gehörte der damals 33 Jahre alte Hafis al-Assad, der Vater des heutigen Präsidenten Baschar al-Assad. Nach einem weiteren Staatsstreich 1970 wurde er mehr oder weniger Alleinherrscher und ließ sich ein Jahr später zum Präsidenten wählen.

Hafis al-Assad regierte das Land mit eiserner Faust und setzte massive Gewalt ein, wenn er seine Herrschaft in Gefahr sah. So ließ er 1982 einen Aufstand von Islamisten in der Stadt Hama niederschießen. Tausende starben, manche sprechen von Zehntausenden.

Unter Hafis entwickelte sich Syrien zu einem Staat, in dem die Geheimdienste allgegenwärtig sind. Zehntausende politische Gegner verschwanden in Gefängnissen. Berühmt-berüchtigt sind die so genannten Schabiha, regierungsnahe Schlägertrupps.

Nach Hafis' Tod im Jahr 2000 ging die Macht an seinen Sohn Baschar, ursprünglich ein Augenarzt, über. Während des "Damaszener Frühlings" keimte unter Oppositionellen kurz Hoffnung auf mehr Freiheit auf, gegen die die Regierung jedoch schnell wieder vorging. 2011 griffen die Aufstände in der arabischen Welt auch auf Syrien über und entwickelten sich dort zu einem blutigen Bürgerkrieg.

Die Assad-Familie gehört der religiösen Minderheit der Alawiten an, einer Nebenlinie des schiitischen Islams. Sie hat ihre Zentren an Syriens Küste. Die Alawiten waren lange unterdrückt. Viele schlossen sich der Armee an, die Aufstiegsmöglichkeiten bot. Bis heute nehmen Alawiten im Staat und im Militär Schlüsselpositionen ein.