Berlin (SID) - Der Tod der Siebenkämpferin Birgit Dressel am 10. April 1987 ist für den Doping-Experten Fritz Sörgel auch 30 Jahre danach "immer noch eine drastische Warnung". "Es ist ein Fall, den man immer heranziehen kann, wenn man Athleten die möglichen Konsequenzen von Doping und der unkontrollierten und unerforschten Anwendung von chemischen Mixturen drastisch vor Augen führen will", sagte Sörgel dem SID.

Dressel war im Alter von nur 26 Jahren an Multiorganversagen nach einem möglicherweise toxisch-allergischen Kreislaufschock gestorben. Sie hatte in der Zeit vor ihrem Tod rund 100 Substanzen, darunter auch Anabolika, eingenommen. Ob ihr Tod allerdings eine Dopingfolge war, wurde nie vollständig geklärt, ein Ermittlungsverfahren später eingestellt.

Für Sörgel ist der Tod eine Folge des massiven Gebrauchs und Missbrauchs "von allen möglichen Stoffen" gewesen: "Von harmlosen Nahrungsergänzungsmitteln bis hin zu Dopingmitteln in Höchstdosen." Die "Initialschädigung" des Körpers sei durch die Behandlung bei Professor Armin Klümper ausgegangen, dem damaligen "Guru" westdeutscher Sportler. Klümper habe ihr unter anderem Anabolika verschrieben.