Tauberbischofsheim (SID) - Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel sollen mehrere Sportlerinnen am Fechtzentrum in Tauberbischofsheim von einem Trainer sexuell belästigt worden sein. Die Vorfälle sollen sich zwischen 2003 und 2016 ereignet haben. Zudem werfen die Fechterinnen den Verantwortlichen in Tauberbischofsheim vor, Hinweise ignoriert zu haben. 

Die Sportlerinnen, darunter nach Informationen des Spiegels auch WM- und Olympiateilnehmerinnen, haben sich inzwischen an den Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) gewandt. Der beschuldigte Trainer bezeichnet laut Spiegel die Vorwürfe als unwahr.

"Für uns gilt die Unschuldsvermutung, aber wenn das stimmt, ist das ein Schlag für den Fechtsport", sagte Sven Ressel, Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB), dem SID: "Es ist nicht zu tolerieren, wenn damals wissentlich nicht gehandelt worden ist. Wir als DFeB hatten davon keine Kenntnis." 

Der Spiegel berichtet weiterhin davon, dass 2009 sich insgesamt 21 Sportler in einem Brief über den Trainer beschwert hätten. Der damalige Internatsleiter, der laut Spiegel Adressat des Briefes war, erklärte dem Nachrichtenmagazin, von dem Brief nicht gewusst zu haben. Auf SID-Anfrage wollte er sich offiziell nicht äußern.