Köln (SID) - Der Mainzer Sportwissenschaftler Andreas Singler hat den Freiburger Mediziner Armin Klümper in einem neuen Gutachten vor allem im Zusammenhang mit dem Tod der Siebenkämpferin Birgit Dressel vor 30 Jahren schwer belastet und als Mittelpunkt eines "Dopingsystems der Bundesrepublik Deutschland" mit womöglich tausenden involvierten Sportlern beschrieben. 

"Armin Klümper hat (...) für die alte Bundesrepublik Deutschland in einem Umfang Dopingpraktiken angewendet, die weit über das ohnehin schon bekannte Maß hinausgehen", schreibt Singler in der Untersuchung "Armin Klümper und das bundesdeutsche Dopingproblem". Es gebe "somit gute Gründe, für die Bundesrepublik Deutschland von systematischem und teils auch flächendeckendem Doping (...) zu sprechen".

Laut Singler müssen es "hunderte, wenn nicht tausende Sportler und zum Teil auch Sportlerinnen gewesen sein, die mit Klümper von einem langjährigen Mitglied des Universitätsklinikums und der Universität Freiburg aktiv im Sinne des Sportrechts gedopt (...) worden sind." Mit dem heute 81 Jahre alten Klümper sei ein jahrzehntelang andauernder Dopingskandal verbunden, "der den Telekom- bzw. T-Mobile-Skandal des Radsports und der Freiburger Sportmedizin an Bedeutung zweifellos sogar noch übertrifft."

Siebenkämpferin Dressel war am 10. April 1987 in der Mainzer Uniklinik nach tagelangem Todeskampf an Multiorganversagen gestorben. Die damals 26-Jährige, Stammgast bei Klümper, soll mehr als 100 verschiedene Medikamente konsumiert haben. Offiziell wurde der Todesfall nie restlos aufgeklärt.