Gelsenkirchen (SID) - Nach seiner Gala schwieg Max Meyer. Der oft gescholtene Jungnationalspieler von Schalke 04, zuletzt häufig zweite Wahl, überließ das Reden nach dem 4:1 (2:0) gegen den VfL Wolfsburg den anderen. "Er hat unserem Spiel seinen Stempel aufgedrückt", sagte sein Mittelfeldkollege Leon Goretzka. "Er hat die Offensive in Schwung gebracht", stellte Trainer Markus Weinzierl fest. Und Sportvorstand Christian Heidel urteilte: "Das war sein bestes Spiel in diesem Jahr."

Meyer glänzte als Vorbereiter der ersten beiden Tore, half aber auch in der Defensive aus, kämpfte und grätschte. "So stellen wir uns das vor", sagte Heidel, der wie Trainer Weinzierl in den vergangenen Wochen oft unzufrieden mit dem Schalker Eigengewächs gewesen war. 

Gegen Wolfsburg spielte der 21-Jährige erst zum achten Mal in dieser Bundesliga-Saison über 90 Minuten - trotz seiner schwachen Leistung beim 0:3 am vergangenen Dienstag bei Werder Bremen, die ihm zum wiederholten Mal harsche Kritik eingebracht hatte. Auch Weinzierl hatte den Silbermedaillengewinner von Rio öffentlich angezählt und ihm vor allem fehlenden Biss in den Zweikämpfen vorgeworfen.

Die Zukunft des "kleinen Max" auf Schalke ist ungewiss, sein Vertrag läuft 2018 aus, über eine Verlängerung ist noch nicht gesprochen worden. Derzeit mache es "gar keinen Sinn, darüber nachzudenken", sagte Manager Heidel: "Max muss den Trainer überzeugen, dass er zur ersten Elf gehört." In diesem Jahr könnte Schalke noch eine Ablösesumme bekommen.