Köln (SID) - Der polnische Kanute Adam Seroczynski hat angesichts der nicht weiter verfolgten Clenbuterol-Dopingfälle der Olympischen Spiele 2008 in Peking scharfe Kritik am Internationalen Olympischen Komitee wegen seiner eigenen Sperre geübt und Wiedergutmachung gefordert. "Das Verhalten des IOC empfinde ich als sehr skandalös. Sie haben sich mit meinem Fall nicht so beschäftigt, wie es mir wichtig war", sagte der 43-Jährige in der ARD.

Seroczynski war bei Olympia 2008 positiv auf das Dopingmittel Clenbuterol getestet und zwei Jahre gesperrt worden. Der Pole hatte den positiven Test mit dem Verzehr von verunreinigtem Fleisch erklärt, dies wertete die untersuchende IOC-Kommission mit dem heutigen Präsidenten Thomas Bach als Vorsitzendem als unglaubwürdig.

"Mein Anwalt und ich werden jetzt definitiv versuchen um mein Recht zu kämpfen", sagte Seroczynski, Olympiadritter von 2000: "Ich will beweisen, dass ich vollkommen sauber bin. Falls wir gewinnen, falls das Gerichtsurteil beweist, dass ich im Recht bin, werden wir definitiv die Möglichkeit von Schadenersatz, der finanziellen Wiedergutmachung, in Betracht ziehen."  

Bei Nachtests von Proben anderer Sportler waren nach ARD-Enthüllungen ebenfalls Clenbuterol-Spuren gefunden worden, Auffälligkeiten soll es auch bei Jamaikas Sprintern um Superstar Usain Bolt gegeben haben. Zu Sanktionen kam es aber diesmal nicht - offenbar, weil eben die Werte auch mit dem Verzehr von kontaminiertem Fleisch erklärt werden konnten.

Laut IOC seien bei den Nachtests bei "mehreren Athleten aus mehreren Ländern und mehreren Sportarten sehr niedrige Clenbuterol-Werte" nachgewiesen worden. "Alle liegen in einem Bereich, der durch verunreinigtes Fleisch hervorgerufen werden kann", teilte das IOC mit.