Köln (SID) - Vier deutsche Eishockey-Nationalspieler gehen auf die Jagd nach dem Stanley Cup. Tom Kühnhackl will ab Mittwoch mit NHL-Meister Pittsburgh Penguins den Titel verteidigen, Leon Draisaitl erlebt mit den Edmonton Oilers nach elf Jahren die Rückkehr in die Play-offs, Philipp Grubauer hofft mit Hauptrundensieger Washington Capitals endlich auf den großen Wurf, und Korbinian Holzer will bei den Anaheim Ducks eine Premiere feiern.

Tom Kühnhackl: Der Titelverteidiger

In nur einem halben Jahr vom Spätstarter zum Champion: Tom Kühnhackl krönte mit dem Stanley-Cup-Triumph im vergangenen Juni ein Eishockey-Märchen. An der Seite des Superstars Sidney Crosby will der 25-Jährige den Vorjahreserfolg wiederholen. Das ist seit den Detroit Red Wings 1998 keinem NHL-Klub mehr gelungen. 

Der erste Gegner Columbus Blue Jackets ist bereits ein dicker Brocken, das viertbeste Team der Liga. Kühnhackl wird in der vierten Sturmreihe wieder vorwiegend Defensivaufgaben übernehmen. Bundestrainer Marco Sturm traut den "Pens" den erneuten Meistertitel zu: "Sie wissen, was man machen muss."

Leon Draisaitl: Der Überflieger

Elf Jahre nach dem letzten Play-off-Spiel ist Edmonton wieder im Eishockey-Fieber. Jungstar Leon Draisaitl hat an der Seite des Scorerkönigs Connor McDavid den Altmeister zurück in die Meisterrunde geführt - mit 77 Scorerpunkten, 18 mehr als Sturm beim bisherigen deutschen Rekord. 

In seiner dritten NHL-Saison hat sich der 21-Jährige als einer der Besten der Liga etabliert, zusammen mit Ausnahmetalent McDavid bildet er das stärkste Sturmduo. 27 Jahre nach dem fünften und letzten Stanley-Cup-Triumph sind die Oilers jung, aber nicht chancenlos. "Wir haben schon bewiesen, dass wir auf Augenhöhe sein können", meint Draisaitl. Und Sturm sieht sie vor dem Start gegen Vizemeister San Jose als "Geheimfavorit".

Philipp Grubauer: Der Geduldige

Wenn der Hauptrundensieger Washington Capitals seinen x-ten Anlauf auf den NHL-Titel nimmt, ist Philipp Grubauer nah dran, aber nicht mittendrin. Der Torhüter muss sich als Nummer zwei hinter Braden Holtby, einem der Besten seines Fachs, gedulden. 

Der 25-Jährige wird nur Zuschauer sein, wenn Alexander Owetschkin und Co. gegen die Toronto Maple Leafs in die Play-offs starten. Wieder einmal gelten die "Caps" als einer der Topfavoriten, doch nur einmal (1998) erreichten sie das Finale, den Stanley Cup gewannen sie noch nie. "Philipp hat das Potenzial zur Nummer eins", sagt Sturm, "solange er in Washingston spielt, gibt es an Holtby aber kein Vorbeikommen."

Korbinian Holzer: Der Reservist

Die Stunde des Korbinian Holzer schlägt dann, wenn sich bei den Anaheim Ducks ein Stammverteidiger verletzt. Beim Play-off-Start gegen die Calgary Flames wird Cam Fowler, der punktbeste Abwehrspieler der Kalifornier, fehlen. So könnte Holzer zu seinem ersten Play-off-Spiel in der NHL kommen. 

Der 29-Jährige hat in 32 Hauptrundenspielen zwei Tore und fünf Vorlagen verbucht - die beste Saisonausbeute seiner Karriere. "Er macht seine Sache gut, wenn er spielt", sagt Sturm.