Wien (SID) - Der wegen schweren sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagte österreichische Judo-Olympiasieger Peter Seisenbacher ist seit vier Monaten verschollen. Wie die Kronen-Zeitung berichtet, fehlt von dem 57-Jährigen trotz weltweiter Fahndung weiter jede Spur. "Es ist alles wie gehabt. Er hat sich nicht gemeldet", sagte Seisenbachers Anwalt Bernhard Lehofer bei krone.at.

Seisenbacher, der 1984 in Los Angeles und 1988 in Seoul Olympia-Gold im Mittelgewicht geholt hatte, war am 19. Dezember 2016 dem ersten Verhandlungstermin am Wiener Straflandesgericht unentschuldigt ferngeblieben und ist offenbar untergetaucht. Letzter bekannter Aufenthalt Seisenbachers war Aserbaidschan, dort hatte er die Männer-Nationalmannschaft trainiert.  

Im Fahndungsaufruf des österreichischen Bundeskriminalamtes heißt es: "Peter Seisenbacher steht im dringenden Tatverdacht, zwischen 1997 und 2004 an weiblichen Opfern sexuelle Handlungen vorgenommen und dadurch den Tatbestand des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und Ausnutzung eines Autoritätsverhältnisses begangen zu haben."