Hongkong (SID) - Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel darf acht Monate nach ihrem Olympiasieg weiter auf ihren dritten WM-Titel im Sprint hoffen. Nach Teamsprint-Bronze mit Miriam Welte zum Auftakt setzte sich die Erfurterin am zweiten Tag der Weltmeisterschaften in Hongkong im Viertelfinale knapp gegen die Ukrainerin Ljubow Basowa durch. Im Halbfinale am Freitag trifft Vogel auf Lokalmatadorin Lee Wai-Sze.

Lucas Liss aus Unna gewann im Scratch-Rennen über 15 km Silber. Der 25-Jährige wurde zwei Jahre nach seinem WM-Titel nur vom Polen Adrian Teklinski geschlagen. "Ich fühle mich wie ein Sieger. Ich bin überglücklich, erneut auf dem Podium zu stehen", sagte Liss nach dem Rennen.

Der gesundheitlich angeschlagene Doppel-Weltmeister Joachim Eilers (Chemnitz) konnte seinen ersten Titel nicht verteidigen. Der 27-Jährige wurde in der zweiten Runde des Keirin-Wettbewerbs disqualifiziert. Er hatte einen Konkurrenten regelwidrig behindert und wurde trotz guter Zeit vom Rennen ausgeschlossen.

Im kleinen Finalrennen belegte Eilers immerhin den ersten Platz. Marc Jurczyk (Erfurt) erreichte das große Finale, wurde beim Sieg von Mohd Azizulhasni Awang (Malaysia) aber nur Sechster und damit Letzter. Maximilian Dörnbach (Erfurt) war bereits im Hoffnungslauf ausgeschieden.

"Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich trotz der kurzen Vorbereitung an den Start gehen konnte. Ich war konkurrenzfähig, konnte mithalten", sagte der von einer Viruserkrankung geschwächte Eilers. Im 1000-Meter-Zeitfahren am Sonntag will der Titelverteidiger erneut an den Start gehen und "nicht ohne etwas im Gepäck nach Hause reisen".

Vogel hatte im Viertelfinale zu kämpfen und wurde von ihrer ukrainischen Gegnerin nach langen Stehversuchen durch eine plötzliche Attacke fast überrumpelt. Erst im Zielsprint gewann die 26-Jährige, die nun mit einer weiteren Medaille liebäugelt, mit einer Reifenbreite Vorsprung. "Es ist mittlerweile fast eine Pflichtaufgabe, dass ich ins Halbfinale muss", sagte Vogel im Anschluss: "Aber es war kein Selbstläufer, ich dachte, ich schaffe es nicht mehr. Aber das ist Sprint, und der eine Lauf tat weh wie zwei."

Pauline Grabosch (Erfurt) scheiterte im Sprint-Achtelfinale an der Russin Anastassija Woinowa, Emma Hinze (Cottbus) war im Sechzehntelfinale ausgeschieden.

In der Mannschaftsverfolgung scheiterten die Männer und Frauen des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) bereits in der Qualifikation. Männer-Weltmeister wurde Australien, bei den Frauen siegten die USA.