Leipzig (SID) - Trainer Ralph Hasenhüttl vom Fußball-Bundesligisten RB Leipzig hätte nach dem Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund nicht mit seinem Kollegen Thomas Tuchel tauschen wollen. "Ich weiß nicht, ob ich das Spiel als Trainer überhaupt hätte coachen können. Da ist vorher einiges vorgefallen, was man nicht so einfach wegstecken kann", sagte Hasenhüttl im Rückblick auf das Champions-League-Spiel des BVB gegen den AS Monaco (2:3).

Der Österreicher zeigte sich einen Tag vor Leipzigs Begegnung mit dem SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) sichtlich bewegt von den Vorfällen am Dienstag. "Der Schock war natürlich groß. Man fühlt sofort mit den Leuten, die das miterleben müssen", sagte Hasenhüttl: "Das hat schon eine Dimension, die man sich vorher nicht vorstellen konnte. Das ist schon ein Moment, wo man sieht, wie nah das sein kann."

Hasenhüttl betonte jedoch auch, dass man sich von solch schrecklichen Ereignissen nicht langfristig erschüttern lassen sollte. "Die Konsequenz muss sein, dass man versucht, die Angst wieder wegzuschieben", sagte der 49-Jährige, der jedoch ergänzte: "Das ist etwas, das einem sehr nahe geht." 

Die Leipziger selbst erlebten beim Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen in dieser Saison einen allerdings recht harmlosen Angriff auf ihren Bus, als Fans des Gegners sie mit drei Farbbeuteln attackierten. "Den haben wir aber kommen sehen. Ich habe das damals recht spaßig kommentiert, das fällt jetzt weg, weil das in Dortmund eine ganz andere Dimension hat", sagte Hasenhüttl: "Wenn wir das nächste Mal gemeinsam in den Bus steigen, werden wir uns sicher auch unsere Gedanken machen."