Köln (SID) - Die Europäische Fußball-Union (UEFA) lässt weiter mit der Vergabe der TV-Rechte für die Champions League von 2018/19 bis 2020/21 auf sich warten. Ein Bewerber soll laut Medienberichten dank des höchsten finanziellen Angebots gute Chancen haben: die Streamingplattform DAZN. Diese gehört zur britischen Perform Group, welche ihrerseits mehrheitlich Bestandteil der US-Beteiligungsgesellschaft Access Industries des Milliardärs Leonard Blavatnik ist.

Kay Dammholz, Managing Director Rights & Distribution bei DAZN, verriet dem NDR-Medienmagazin ZAPP: "Wir schätzen unsere Chancen recht gut ein. Finanziell können wir mit den Großen mitspielen." Selbstbewusst fügte Dammholz an: "Und wenn es unsere Ziele erfordern oder die Umsetzung unserer Ziele erfordert, dann tun wir das auch."

Somit droht sowohl im Pay-TV, wo Sky bis 2018 alle Rechte hält, als auch im frei empfangbaren Fernsehen für Rechteinhaber ZDF ein echtes TV-Beben. Sky zeigte sich zuletzt optimistisch, wollte aber ebenso wie das ZDF auf SID-Anfrage keine weitere Stellungnahme abgeben. DAZN bietet seit dem vergangenen August für 9,99 Euro im Monat Live-Sport aus der Premier League und weiteren europäischen Top-Ligen an.

Für das frei empfangbare Fernsehen will das ZDF weiter der Sender für die Königsklasse bleiben. Der neue Sportchef Thomas Fuhrmann soll mit bis zu 70 Millionen Euro Lizenzkosten ausgestattet sein, um die TV-Rechte für weitere drei Jahre an den Mainzer Lerchenberg zu holen. Gefahr droht allerdings im Kampf um die Free-TV-Rechte durch Sky, der Sender verfügt seit Dezember 2016 mit Sky Sport News HD über einen frei empfangbaren Kanal.

In der neuen Rechtephase wäre es nun denkbar, dass DAZN in der sogenannten "all pay"-Variante alle Rechte erwirbt. In Deutschland dürfen bis auf das Finale - und hier nur im Falle einer deutschen Beteiligung - alle Spiele ausschließlich im Pay-TV übertragen werden. Die Königsklasse ist kein Bestandteil der nationalen Schutzliste für Sport-Großereignisse. In England hatte sich die UEFA für die All-Pay-Variante entschieden: Für die Rekordsumme von angeblich 1,37 Milliarden Euro erhielt BT Sports den Zuschlag für die Champions League.

Lutz Meier vom Manager Magazin sagte im NDR über einen möglichen Erwerb der Champions-League-Rechte durch DAZN: "Das würde sie in ganz andere Dimensionen katapultieren." Gleichzeitig bezweifelte er jedoch, dass die UEFA sich ausschließlich auf nur einen Sender und zudem noch einen recht unbekannten mit geringen Reichweiten einlassen würde: "Ich kann mir schwer vorstellen, dass die UEFA auf Free-TV verzichten will und dann noch mit dem Risiko einer unbekannten Plattform."