Sakhir (SID) - SEBASTIAN VETTEL: Der Heppenheimer wird es nicht gerne hören, aber nach seinem Sieg in Bahrain ist er nun plötzlich der WM-Favorit. Drei Rennen, zwei Siege - der Ferrari ist ohne Zweifel titeltauglich. Aber Vettel bleibt ganz Taktiker: "Das Team hat einen großartigen Job gemacht, jetzt müssen wir sicherstellen, dass es so weitergeht." Bloß nicht nachlassen - der 29-Jährige gibt bei der Scuderia die Richtung vor.

LEWIS HAMILTON: Der Brite wirkte hinterher ein bisschen so, als wüsste er nicht recht, wie ihm in der Wüste geschah. "Ich habe alles gegeben, aber Ferrari hat einen großartigen Job gemacht", sagte Hamilton. Der 32-Jährige realisiert langsam, dass bei ihm und Mercedes mittlerweile alles passen muss, um Vettel zu schlagen. Eine ungewohnte Situation. Zudem unterlief Hamilton ein Patzer, der zu seiner Zeitstrafe führte. Ein Fehler, der umgehend bestraft wurde.

PASCAL WEHRLEIN: Der Worndorfer hat sich endlich in der Formel 1 zurückgemeldet, bei seinem Debüt für Sauber fuhr der 22-Jährige auf einen mehr als ordentlichen elften Platz. Dabei hat Wehrlein nach seinem Unfall im Januar noch immer Schmerzen im Rücken, doch er hat sich durchgebissen. "Meine Platzierung ist das Maximum, das wir heute hätten erreichen können", sagte er hinterher. Sein Potenzial hat er auf jeden Fall unterstrichen.

FLOP: Was ist bloß bei McLaren-Honda los? Eigentlich wollte das Team um Fernando Alonso in dieser Saison um Siege mitfahren, stattdessen macht sich die Szene über den Pannen-Rennstall lustig. Drei schwerwiegende Schäden an der Antriebseinheit von Honda gab es schon vor dem Rennen, dann konnte Stoffel Vandoorne noch nicht einmal starten - Probleme an der Power Unit. Kurz vor Rennende stellte dann auch Alonso entnervt seinen Wagen ab. Zuvor hatte der Spanier über den Boxenfunk wenigstens für Lacher gesorgt. "Ich bin noch nie in meinem Leben mit weniger Power gefahren", meinte er zwischendurch. Und in Richtung seines Renningenieurs auf die Frage nach der Strategie: "Do whatever you want, man." Macht doch was ihr wollt. Die Nerven liegen blank.

BERNIE ECCLESTONE: Erstmals seit seiner Entmachtung als Formel-1-Chef besuchte der 86-Jährige ein Rennen - und zeigte sich überraschend selbstkritisch. "Ich habe zu hohe Rechnungen gestellt für das, was wir angeboten haben", sagte der Brite über seine Zeit als Chefpromoter: "Für das Geld, das wir verlangt haben, haben wir unter meiner Kontrolle nicht die entsprechende Show geliefert." Der Grund für sinkende Zuschauerzahlen an den Strecken und am TV sei einfach: "Weil wir ein schlechtes Produkt hatten."

SPRUCH DES WOCHENENDES: Kam vom strahlenden Sieger Vettel: "Wir haben alle Ostereier gefunden."