Berlin (SID) - WADA-Sonderermittler Richard McLaren ist am kommenden Mittwoch Teilnehmer einer hochkarätig besetzten öffentlichen Sitzung des Sportausschusses. Der kanadische Rechtsprofessor, dessen Untersuchungen ein staatlich gelenktes Dopingsystem in Russland nachwiesen, gehört wie auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann, IOC-Generaldirektor Christophe de Kepper, NADA-Chefin Andrea Gotzmann, WADA-Direktor Benjamin Cohen und der Enthüllungsjournalist Hajo Seppelt zu den Sachverständigen der Anhörung mit dem Titel "Konsequenzen aus dem McLaren Report".

Laut McLarens zweitem Bericht sollen in Russland in der Zeit von 2011 bis 2015 über 1000 Sportler von Doping-Vertuschungen profitiert haben, unter anderem bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi. Das IOC hat zwei Untersuchungskommissionen eingerichtet, die derzeit die Hinweise aus den Berichten auswerten. 

Ob das russische Team für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang Konsequenzen fürchten muss, ist noch unklar. Für die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro hatte das IOC auf schwerwiegende Maßnahmen gegen Russland wie eine Komplettsperre oder das Verbot von Flagge und Hymne verzichtet und war dafür weltweit hart kritisiert worden.

Die Sitzung in Berlin beginnt am Mittwoch um 14 Uhr im Anhörungssaal 3.101 des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses.