Paris (SID) - Der derzeit gesperrte ehemalige FIFA-Präsident Joseph S. Blatter ist von französischen Ermittlern als Zeuge zu den kontroversen WM-Vergaben 2018 (Russland) und 2022 (Katar) befragt worden. Eine mit den Untersuchungen vertraute Quelle bestätigte einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung Le Monde. 

Bereits im Vorjahr hatten französische Finanzbehörden mit den Ermittlungen im FIFA-Skandal begonnen, um Vorwürfe der Korruption sowie der unerlaubten Einflussnahme beim Fußball-Weltverband zu untersuchen. In der Schweiz und den USA laufen ebenfalls Untersuchungen.

Die WM-Endrunde war im Jahr 2010 in Zürich völlig überraschend an Katar vergeben worden, gleichzeitig wurde Russland als WM-Gastgeber 2018 auserkoren. Im Zusammenhang mit den WM-Vergaben wurden immer wieder Korruptionsvorwürfe laut. Viele Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees, das 2010 die Entscheidung pro Russland und Katar traf, sind mittlerweile von der Ethikkommission der FIFA gesperrt worden.

Russlands Verbandschef Witali Mutko, zugleich Chef des Organisationskomitees für die WM 2018, war in einer Reaktion um Gelassenheit bemüht. "Das ist nicht die erste Untersuchung, man beschäftigt sich bereits seit zehn Jahren damit. Je näher die Weltmeisterschaft rückt, desto mehr unterschiedliche Angriffe wird es geben. Jede Möglichkeit zur Diskriminierung der Weltmeisterschaft in Russland wird genutzt und wir sollten uns daran gewöhnen und das entspannt annehmen", sagte er der Nachrichtenagentur TASS. Man habe niemanden bestochen und eine ehrliche Bewerbung abgegeben.