Sotschi (SID) - Ferrari-Pilot Sebastian Vettel (Heppenheim) hat das freie Training zum Großen Preis von Russland dominiert und seine Ansprüche auf den dritten Saisonsieg unterstrichen. Der WM-Spitzenreiter drehte am Freitag in der Olympiastadt Sotschi in 1:34,120 Minuten die schnellste Runde und verwies seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen (Finnland) mit rund zweieinhalb Zehntelsekunden Vorsprung auf den zweiten Rang.

Erst dahinter folgten die beiden Mercedes-Silberpfeile: Der Finne Valtteri Bottas (+0,670) wurde Dritter vor dem WM-Zweiten Lewis Hamilton (+0,709) aus England. Mercedes hatte dabei Pech mit Verkehr auf der Strecke, schien aber auch grundsätzlich noch Zeit auf die Roten zu verlieren.

Das überrascht, denn zumindest auf eine schnellen Runde war Mercedes in dieser Saison trotz Problemen in den Rennen stärker als Ferrari. Für das Qualifying am Samstag (14.00 Uhr) verspricht dies angesichts des doch großen Abstandes Spannung, die erste Ferrari-Pole seit Singapur 2015 scheint möglich.

"Dieser Abstand ist nicht realistisch", schränkte Vettel aber gleich ein: "Ich denke, Mercedes wird morgen keine Probleme haben, das hier ist eine sehr gute Strecke für sie. Man kann hier vieles noch verschleiern, deshalb schaue ich erstmal nur auf unsere Leistung. Die schnelle Runde war okay, viel wichtiger war, was wir danach im Renntrimm gemacht haben. Das sah auch gut aus."

Nico Hülkenberg (Emmerich/+2,209), der sein Renault-Cockpit für die erste Session an den Russen Sergej Sirotkin abgegeben hatte, landete auf dem achten Platz. Pascal Wehrlein (Worndorf) lag im unterlegenen Sauber als 18. knapp dreieinhalb Sekunden hinter der Spitze.