Frankfurt/Main (SID) - Das DDR-Radsportidol Gustav-Adolf "Täve" Schur hat tief enttäuscht und mit deutlicher Kritik auf seine Nicht-Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports reagiert. "Wenn die Deutsche Sporthilfe, der Deutsche Olympische Sportbund und der Verband Deutscher Sportjournalisten, drei Fundamente des Sports, mich vorschlagen, und die Jury dann anders entscheidet, dann brüskiert die Jury den gesamten Sport", sagte Schur der Tageszeitung "Neues Deutschland".

Der 86 Jahre alte Schur sprach explizit von Vorbehalten gegenüber dem Osten der Bundesrepublik. "Das ist für alle ernüchternd, die sich mir positiv gegenüber geäußert haben - nicht nur im Osten, aber vor allem im Osten des Landes. Es ist tief befremdlich, wie man dem Osten wieder mitspielt", sagte Schur. 

An der Nominierung des Radsportlers, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf Vorschlag seiner Landessportbünde angeregt hatte, hatten sich wegen Schurs mangelnder Distanzierung zum DDR-Regime zuletzt heftige Diskussionen entzündet.