Sotschi (dpa) - 5848 Meter entscheiden. Bricht Sebastian Vettel den Bann? Holt er die Formel-1-Pole für den Großen Preis von Russland? Auf der entscheidenden einen schnellen Runde gelten die Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas als die Favoriten.

Die Pole-Dominanz von Mercedes

In Russland schaffte es kein anderes Team auf Startplatz eins. 2014 bei der Premiere setzte sich Lewis Hamilton durch, in den beiden Jahren danach sein damaliger deutscher Teamkollege Nico Rosberg. Überhaupt ist der Silberpfeil das Maß aller Dinge seit der großen technischen Reform mit der Rückkehr der Turbos nach der Saison 2013. 2014, 2015 und 2016 gelang es jeweils nur einmal einem Piloten (Felipe Massa von Williams in Österreich, Vettel in Singapur, Daniel Ricciardo von Red Bull in Monaco), eine Qualifikation zu gewinnen. 59 Mal stand seitdem ansonsten ein Mercedes auf Startposition eins.

Das lange Warten auf die Pole von Vettel

Der neue Ferrari ist schnell, vor allem auf Renndistanzen. Im direkten Vergleich mit dem lange wohl kraftvollsten Antrieb von Mercedes im Feld fehlt vermutlich noch minimal Power. Zudem ist das Auto offensichtlich mehr auf die Rennen ausgelegt. Die Tatsache, dass der Wagen die Reifen pfleglicher behandelt, spricht auch dafür. Was letztlich die Gründe sind, die letzte Pole holte Vettel am 19. September 2015 in Singapur. Dabei galt der Heppenheimer lange Zeit auch als Pole-Spezialist. Während seiner erfolgreichsten Zeit bei Red Bull holte er von Anfang 2009 bis Ende 2013 44 Mal die Pole. Insgesamt kommt er auf 46.

Das Problem in Russland für Vettel

Die Pole allein ist kein Sieggarant. Das bewies Vettel schon in diesem Jahr, als er in Australien von Startrang zwei vor Polesetter Hamilton gewann und in Bahrain von Rang drei vor Hamilton (Startplatz zwei) und Polemann Valtteri Bottas siegte. Beide Male auch dank der besseren Strategie, als Vettel den ersten seiner Reifenwechsel früher machte als die anderen. Das Problem nun in Russland: Die bisherigen Sieger kamen mit einer Einstopp-Strategie als erste ins Ziel. Das bedeutet generell weniger taktischen Spielraum, der Kampf um die Pole wird damit noch ein bisschen bedeutsamer.

Das Fragezeichen hinter Mercedes' Trainingsleistung

Über eine halbe Sekunde Vorsprung auf die beiden Mercedes. Davon wollte sich Vettel nach seiner Tagesbestzeit beim Training aber nicht täuschen lassen. Er war sicher: Die Silberpfeile zeigten nicht ihre wahre Stärke. Die packen sie wieder aus, wenn es drauf ankommt, so der Vettel-Tenor. Allerdings dürfte das auch wiederum seine Rhetorik bei der Untertreibung der eigenen Leistung gewesen sein, um nicht selbst als Favorit in die K.o.-Ausscheidung gehen zu müssen.

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