Stuttgart (SID) - Der Siegeszug von Superstar Maria Scharapowa ist gestoppt: Im vierten Match nach ihrer abgelaufenen Dopingsperre verlor die 30-jährige Russin erstmals und verpasste beim WTA-Turnier in Stuttgart durch ein 6:3, 5:7, 4:6 gegen Kerber-Bezwingerin Kristina Mladenovic (Frankreich) das Finale. In Stuttgart hatte Scharapowa von 2012 bis 2014 dreimal den Titel geholt. 

Doch im Vergleich zu den Vortagen zeigte sie diesmal Schwächen beim Aufschlag. Nach 2:38 Stunden verwandelte Mladenovic ihren ersten Matchball und winkte glücklich den 4500 Zuschauern in der ausverkauften Arena zu. "Ich kann es noch gar nicht glauben", sagte die Weltranglisten-19., die ihr drittes Finale in der laufenden Saison erreichte: "Je länger die Ballwechsel wurden, umso mehr war ich im Spiel din."

Auch Scharapowa war nicht allzu enttäuscht, obwohl sie nur drei von 16 Breakchancen nutzen konnte: "Letztlich hat mich das dies das Match gekostet. Ich bin trotzdem glücklich damit, wie ich in den vergangenen Tagen gespielt habe."

Im Finale am Sonntag (15.00 Uhr/DAZN und SWR) trifft Mladenovic, die im Achtelfinale die topgesetzte Titelverteidigerin Angelique Kerber (Kiel) ausgeschaltet hatte, entweder auf Lokalmatadorin Laura Siegemund (Metzingen) oder die Rumänin Simona Halep (Nr. 4).

Scharapowa wird durch ihre drei Siege in Stuttgart nach ihrer 15-monatigen Sperre wegen Meldonium-Missbrauchs zwar auf Weltranglistenposition 260 springen. Doch damit verpasste es die fünfmalige Grand-Slam-Gewinnerin zunächst, sich einen Startplatz für die Qualifikation bei den French Open (ab 28. Mai) und in Wimbledon (ab 3. Juli) zu sichern. Im Falle eines Einzugs ins Finale von Stuttgart wäre Scharapowa dies bereits gelungen. Durch ihre Zwangspause war die frühere Nummer eins am vergangenen Mittwoch mit null Punkten und ohne WTA-Ranking in ihr Comeback gestartet.

Im Duell mit Mladenovic (23), die Scharapowa nach Bekanntwerden ihres Meldonium-Vergehens als eine der ersten Kolleginnen harsch kritisiert hatte, startete die Russin hochkonzentriert. Früh gelang ihr das Break zum 3:1. 

Nur insgesamt vier Punkte gab Scharapowa, die vom Publikum erneut höflich, aber reserviert empfangen wurde, im ersten Durchgang bei eigenem Aufschlag ab. Beim ersten Satzball nach 35 Minuten profitierte sie von einem Returnfehler Mladenovics.

In der Folge steigerte sich die Französin und begegnete Scharapowa bei den intensiven Grundlinienduellen auf Augenhöhe. Der Gewinn des zweiten Satzes war der Lohn. Zudem schwächelte die Dopingsünderin plötzlich beim eigenen Service.

Im dritten Durchgang nutzte Mladenovic ihre vierte Breakchance im sechsten Spiel und zog kurz danach auf 5:2 davon. Zwar kam Scharapowa noch einmal auf 4:5 heran, doch Mladenovic behielt die Nerven.