London (SID) - Der Premier-League-Klub FC Everton ist in Sorge um den früheren Nationalspieler Aaron Lennon. Der 30 Jahre alte Fußball-Profi der Toffees war bereits am Sonntag von der Polizei mittels des sogenannten "Mental Health Act" festgenommen und zu Untersuchungen in eine Klinik gebracht worden.

Lennon bekomme dort "Hilfe" und werde aufgrund einer "stressbedingten Erkrankung" behandelt, teilte der Verein mit: "Wir unterstützen Aaron in dieser schwierigen Phase. Seine Familie wünscht, dass die Privatsphäre gewahrt bleibt."

Lennon, 21-maliger Nationalspieler und WM-Teilnehmer 2006, hat seit Februar kein Spiel mehr bestritten. Evertons Teammanager Ronald Koeman hatte Anfang April erklärt, dass Lennon derzeit "physisch" nicht in der Lage sei, "Teil des Teams zu sein".

Am Sonntag um 16.35 Uhr Ortszeit war die Polizei von Manchester zu einem Einsatz nach Salford gerufen worden. Anwohner hatten sich über den Zustand eines Mannes besorgt gezeigt, der zu Fuß an der vielbefahrenen M602 unterwegs gewesen war. Die Beamten sahen Lennon in einer "prekären Situation" und griffen diesen daraufhin "in Sorge um sein Wohlergehen" auf.

Die Agentur, die Lennon vertritt, schrieb bei Twitter: "Wir alle bei Base Soccer unterstützen Aaron Lennon - werde schnell gesund und bleib stark." Auch der ehemalige britische Box-Weltmeister Frank Bruno, der an Depressionen leidet, drückte seine Anteilnahme aus: "Meine Gedanken sind heute bei Aaron Lennon. Bleib stark und so positiv wie möglich. Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels."

In England und Wales hat die Polizei seit 1983 mittels Abschnitt 136 des "Mental Health Act" die Möglichkeit, Personen, die offenbar medizinische Hilfe benötigen und für sich und die Öffentlichkeit eine Gefahr darstellen könnten, auch gegen ihren Willen festzunehmen.