London (SID) - Weitsprung-Weltrekordler Mike Powell hat die geplante Reform der Leichtathletik-Rekordlisten scharf kritisiert. Die Vorschläge seien respektlos, ungerecht und ein Schlag ins Gesicht. "Ich habe bereits meinen Rechtsanwalt kontaktiert", sagte der 53-Jährige, der bei der WM in Tokio 1991 mit der noch heute gültigen Bestmarke von 8,95 m Gold gewann, BBC Radio 5.

Zwar gebe es, so Powell, sicherlich fragwürdige Bestmarken, sein Weltrekord sei allerdings ehrlich. "Es ist einer der größten Momente der Sportgeschichte", sagte der Amerikaner: "Eine solche Entscheidung würde so viele Dinge zerstören. Es ist falsch. Ich werde sie bekämpfen."

Das Council der EAA hatte sich am Wochenende für eine neue Rekordliste auf europäischer Ebene ausgesprochen. Der Vorschlag soll auch auf Weltrekorde ausgeweitet werden, eine entsprechende Entscheidung könnte auf dem Kongress des Weltverbandes IAAF im August fallen. IAAF-Präsident Sebastian Coe hat bereits angekündigt, den Plan zu unterstützen.

Nach dem Willen der EAA sollen die bisherigen Bestleistungen in eine Art historische Liste überführt werden, aber nicht mehr als aktuelle Rekorde gelten. Hintergrund ist, dass laut EAA viele Bestleistungen unter Dopingverdacht stehen und die Vergleichbarkeit mit heutigen Leistungen nicht gegeben sei.

Zudem sollen neue Kriterien gelten, damit ein Rekord in Zukunft anerkannt wird. Ob derzeit bestehende Rekorde, die bereits jetzt den zukünftigen Kriterien entsprechen, weiter bestehen bleiben könnten, wurde noch nicht entschieden.