Jena (SID) - Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler peilt bei den Weltmeisterschaften im August eine Medaille an. "Ich habe noch nie in London geworfen, aber ganz klar ist das Ziel bei der WM das Podium", sagte der Jenaer vor seinem Einstieg in die Freiluftsaison dem SID. 

Am kommenden Freitag bestreitet der 25-Jährige beim Diamond-League-Meeting in Doha seinen ersten Wettkampf in diesem Jahr. In Rio hatte Röhler als erster deutscher Speerwerfer nach Klaus Wolfermann 1972 Olympiagold gewonnen. 

"Es wird Zeit, dass es losgeht. Aber Fakt ist auch, die Saison ist sehr lang, und die ersten vier bis fünf Wettkämpfe sind eigentlich nur ein Training auf sehr hohem Niveau", betonte er: "Da gilt es jetzt reinzukommen und zu sehen, wie der Speer in diesem Jahr fliegt." 

Zumindest ein bisschen liebäugelt Röhler mit dem deutschen Rekord von Raymond Hecht (92,60) aus dem Jahr 1995. "Das sind alles Sachen, die sind nicht mehr so weit entfernt", sagte er: "Wir werden keine Rekorde jagen. Wenn die Rekorde beim - hoffentlich - Gewinnen von Wettkämpfen herauskommen, dann ist das gut."

Nach seinem Erfolg von Rio sieht sich Röhler auch generell in einer anderen Rolle. "Bevor ich mich selbst getraut habe, das zu formulieren, habe ich es irgendwann einmal in der Zeitung gelesen. Dementsprechend traue ich mich mittlerweile, das auch zu nutzen und zu sagen: Ja, ich bin eine Leitfigur für eine Sportart", sagte er: "Es ist eine neue Herausforderung, aber es macht Spaß, und ich freue mich, Teil des Ganzen zu sein."

Generell sieht Röhler die deutsche Leichtathletik trotz des eher schwachen Abschneidens in Rio auf einem guten Weg. "Es gab einen Umbruch, eine Verjüngung der Nationalmannschaft. Manche Athleten brauchen vielleicht noch ein stückweit Zeit, Erfahrung zu sammeln, um dann in den nächsten Jahren dem Wettkampf ihren eigenen Stempel aufzudrücken", sagte er: "Man hat es ja an mir gesehen: Rio war meine erste große internationale Medaille. Es kam einfach zum richtigen Zeitpunkt."