Los Angeles (SID) - Bob-Olympiasieger Steven Holcomb ist am Samstag im Alter von nur 37 Jahren verstorben. Der US-Amerikaner wurde in seinem Zimmer im Olympia-Trainingscenter in Lake Placid/New York tot aufgefunden. Dies teilte das US-Olympiakomitee USOC mit.

Die Umstände des Todes sind bislang unbekannt, die Autopsie soll am Sonntag Aufschluss bringen. "Die olympische Familie ist vom traurigen Verlust von Steve Holcomb geschockt", sagte USOC-Geschäftsführer Scott Blackmun über den Vierer-Olympiasieger von 2010: "Steve war ein fantastischer Athlet und ein noch besserer Mensch."

Die frühere Zweier-Weltmeisterin und Teamkollegin Elana Meyers sagte USA Today: "Mein Herz ist gebrochen, ich stehe unter Schock. Wir haben nicht nur einen großartigen Bobfahrer verloren, sondern einen großartigen Teamkameraden und einen noch besseren Freund. Er war der personifizierte Bobsport der USA und wird das auch immer sein. Ich vermisse ihn schmerzlich."

Holcomb ist dreimal bei Olympischen Winterspielen für die USA an den Start gegangen und hatte in Vancouver das erste US-Gold im Vierer seit 1948 geholt. 2014 in Sotschi/Russland gewann der fünfmalige Weltmeister und sechsmalige Gewinner des Gesamtweltcups Bronze im Zweier sowie Vierer.

1998 war Holcomb als Bremser in den Bobsport eingestiegen. 60-mal stand er im Weltcup auf dem Treppchen, bei Weltmeisterschaften wurde er insgesamt zehnmal mit einer Medaille dekoriert. In der vergangenen Weltcupsaison belegte er im Zweier den zweiten Platz hinter Doppel-Weltmeister Francesco Friedrich (Oberbärenburg). Im Vierer wurde er Dritter.

In seinem Buch "Aber jetzt kann ich sehen: Meine Reise von der Blindheit zum Olympiagold" berichtete Holcomb 2012 von seinem Selbstmordversuch im Jahr 2007. Zuvor hatte er die Diagnose erhalten, dass er möglicherweise sein Augenlicht verlieren könne. Holcomb fiel in eine Depression. 2008 folgte die Operation, die für ihn die Wende zum Guten brachte.