Ingolstadt (SID) - Noch am Donnerstag drückte Kai Havertz die Schulbank. Abiturprüfung. In Geografie. Wie viele andere 17-Jährige in diesem Land. Am Samstag aber war der Teenager die zentrale Figur für Bayer Leverkusen im Bundesliga-Abstiegskrimi beim FC Ingolstadt. Seine Klassenkameraden schauten gewiss am Fernseher zu.

Mit Köpfchen erzielte das Ausnahmetalent in der 78. Minute den Treffer zum Endstand, es war sein zweites Bundesligator. Das 1:1 (0:0) bei den Schanzern bannte die größten Sorgen der Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut - und Havertz wurde außerordentlich gelobt.

"Tolles Füßchen, tolles Verständnis und ein Näschen", sagte Sportchef Rudi Völler über das Bayer-Juwel. Vor einer Weile hatte er ihn bereits mit Mesut Özil verglichen. "Ich ziehe meinen Hut. Wahnsinn, was er leistet in dieser Saison", sekundierte Stürmer-Routinier Stefan Kießling.

All das mit dieser stressigen Doppelbelastung, die ihn in den vergangenen Wochen nur unregelmäßig trainieren ließ. "Das ist nicht so entscheidend", meinte Völler, "wichtig ist, dass Spieler dabei sind, die nicht so viel über den Druck nachdenken." Bei Havertz war das offenkundig der Fall. "Ich hatte das Gefühl, er ist frei im Kopf. Deshalb hat er gespielt", sagte Korkut. Eine goldrichtige Entscheidung.