Edmonton (SID) - Angeführt von einem überragenden Leon Draisaitl haben die Edmonton Oilers ihre Chance auf den Einzug ins Stanley-Cup-Halbfinale der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL gewahrt. Der 21 Jahre alte Nationalspieler war beim spektakulären 7:1 der Oilers im sechsten Spiel der Serie gegen die Anaheim Ducks mit drei Toren und zwei Vorlagen der gefeierte Held des Spiels. Am Mittwoch fällt in Spiel sieben in Anaheim die Entscheidung.

"Die Leute fragen mich immer dasselbe. Aber ich gehe einfach raus, versuche mein Bestes zu geben und mein Spiel zu spielen - egal, ob als Center, auf dem linken oder rechten Flügel", sagte Draisaitl nach dem 3:3-Ausgleich im Viertelfinale. Zudem sei die Mannschaft "richtig gut" gewesen, "ohne diese Jungs würde ich wahrscheinlich null Punkte machen. Ich gewinne nicht allein, es ist das ganze Team", ergänzte er gewohnt bescheiden.

Die Leistung von "King Leon" war statistisch in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Draisaitl ist der erste NHL-Profi seit etwa zwei Jahren mit fünf Scorerpunkten in einem Play-off-Spiel. Nur "The Great One" Wayne Gretzky war bei seinem ersten Play-off-Hattrick für die Oilers jünger als der gebürtige Kölner. Drei Tore in einem Play-off-Spiel schaffte ein Edmonton-Profi zuletzt im Jahr 2000. Ein Endrunden-Spiel für den fünfmaligen Stanley-Cup-Champion mit fünf Torbeteiligungen machten außer Draisaitl nur noch die Legenden Gretzky, Jari Kurri, Glenn Anderson und Paul Coffey.  

Draisaitl brachte Edmonton gegen seinen Lieblingsgegner Anaheim mit Nationalmannschaftskollege Korbinian Holzer schnell mit 2:0 in Führung. Beim 5:0 in einem furiosen ersten Drittel der Oilers durch Mark Letestu gab der gebürtige Kölner ebenso die Vorlage wie zum 6:0 zu Beginn des zweiten Durchgangs von Anton Slepischew. Das 7:1 erzielte der Stürmer wieder selbst.

Anaheim scheint Draisaitl zu liegen. In der Serie kommt er bereits auf fünf Treffer und acht Assists - zählt man noch die Spiele der regulären Saison dazu, sind es in elf Spielen gegen die Ducks schon 21 Punkte (elf Tore, zehn Vorlagen). "Es gibt eben Mannschaften, gegen die man gerne spielt", sagte Draisaitl, der nach den bisherigen zwölf Play-off-Partien der Saison starke 16 Punkte (sechs Tore, zehn Vorlagen) in seiner Erfolgsbilanz stehen hat. Nur Jewgeni Malkin von den Pittsburgh Penguins ist bislang besser (17). 

Bereits das Halbfinale erreicht haben die Nashville Predators, die erstmals in ihrer Geschichte im Finale der Western Conference stehen. Sie gewannen das sechste Spiel gegen die St. Louis Blues mit 3:1 und die Serie mit 4:2.