Dortmund (SID) - Thomas Tuchel ist noch immer ungekündigter Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, dennoch wird bereits über seine Nachfolge in den Medien spekuliert. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll der Ex-Gladbach- und Hertha-Coach Lucien Favre (59), der bei OGC Nizza in Frankreichs Ligue 1 unter Vertrag steht, die Nummer eins auf der Liste der Schwarz-Gelben sein.

Aber auch Diego Simeone (47/Atletico Madrid), Jorge Sampaoli (57/FC Sevilla), David Wagner (45/Huddersfield Town) und Julian Nagelsmann (29/1899 Hoffenheim) werden als weitere Kandidaten gehandelt. Das Trainer-Karussell in Dortmund hat Schwung aufgenommen. Unterdessen haben die Borussen den Vertrag mit Ersatzkeeper Roman Weidenfeller (36) um eine weitere Saison bis 2018 verlängert.

Der Vertrag von Tuchel bei den Westfalen läuft zwar noch bis 2018,  allerdings sind die Gräben zwischen Klub-Spitzen um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und dem eigenbrötlerischen Fußballlehrer zuletzt immer tiefer geworden. Klub-Chef Watzke hatte die Dissonanzen mit Tuchel in einem bemerkenswerten Interview mit der Funke-Mediengruppe am Tag des Spiels gegen Hoffenheim letzten Samstag publik gemacht. Eine Trennung am Saisonende wird inzwischen nicht mehr ausgeschlossen.

Tuchel-Berater Olaf Meinking ist derweil auf Schadensbegrenzung aus. "Unser Ziel ist es, dass Thomas beim BVB bleibt und dass sich alles wieder beruhigt", sagte dieser Sport1. Er hat den Eindruck, dass schon genug Porzellan durch die öffentliche Auseinandersetzung zerschlagen wurde: "Für mich ist es wichtig, dass Thomas Tuchel in dieser Sache nicht weiter beschädigt wird. Thomas war und ist in allen seinen Aussagen sehr ehrlich und aufrichtig. Mir ist sehr daran gelegen, dass wir den sogenannten 'Dissens' ausräumen."

Tuchel hatte auf die Watzke-Aussagen nicht reagiert und betont, er wolle sich auf das Erreichen der verbliebenen Saisonziele (Champions-League-Direkt-Qualifikation und DFB-Pokalsieg) konzentrieren. 

Der langjährige Bundesliga-Manager Reiner Calmund schlug ein klärendes Gespräche vor. Entweder man finde noch einmal zusammen, "räumt alles aus dem Weg, hisst die weiße Flagge und arbeitet erfolgreich weiter. Oder aber man erkennt, dass es nur noch halbherzig weitergeht, dass die Chemie nicht mehr stimmt. Dann ist eine sofortige Trennung der einzige Ausweg. Selbst eine Vertragserfüllung bis 2018 wäre dann nicht machbar, weil das Verhältnis zu stark belastet ist", betonte Calmund in seiner t-online.de-Kolumne.

Immerhin hat die BVB-Aktie nach guten Quartalszahlen zu Wochenbeginn ein 15-Jahres-Hoch erreicht. Das Papier kletterte ungeachtet der Dissonanzen zwischen Klubführung und Trainer  am Montag zunächst erstmals seit 2002 wieder über die 6,00-Euro-Marke. 

Nach einem Schlusskurs von 6,07 Euro stieg der Anteilsschein im frühen Handel am Dienstag sogar auf 6,10 Euro. So hoch stand die Aktie des einzigen börsennotierten deutschen Fußballvereins zuletzt im März 2002. Der Ausgabepreis betrug am 31. Oktober 2000 elf Euro.