Barcelona (SID) - Was steht an?

Das fünfte Rennen der jungen Formel-1-Saison steigt am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Der 4,655 km lange Kurs, auf dem seit 1991 alljährlich der Große Preis von Spanien stattfindet, ist Fahrern und Teams bestens bekannt: Traditionell finden die Testfahrten vor der Saison auf der abwechslungsreichen Strecke vor den Toren Barcelonas statt, im Februar und März standen insgesamt acht Testtage á jeweils acht Stunden Fahrzeit auf dem Programm. Bei regulären Bedingungen sind Überraschungen deswegen nahezu ausgeschlossen. Hinzu kommt: Überholen ist in Barcelona traditionell schwierig, deswegen kommt dem Qualifying und dem Start eine noch größere Bedeutung zu als auf vielen anderen Strecken.

Wer steht im Fokus?

Natürlich die Titelfavoriten Sebastian Vettel (Heppenheim/Ferrari) und Lewis Hamilton (England/Mercedes). Russland-Sieger Valtteri Bottas (Finnland) im zweiten Silberpfeil muss beweisen, ob er dauerhaft die beiden mehrmaligen Weltmeister schlagen und damit um den Titel kämpfen kann. Lokalmatador Fernando Alonso unternimmt an der Stätte seines 32. und bislang letzten Grand-Prix-Erfolgs (2013 im Ferrari) mit dem chronisch schwachen McLaren-Honda den nächsten, unwahrscheinlichen Anlauf auf WM-Punkte. Direkt nach dem Rennen verabschiedet sich der zweimalige Weltmeister in die USA, wo er am 28. Mai im Indy Car bei den 500 Meilen von Indianapolis antritt und dafür den Großen Preis von Monaco sausen lässt. Max Verstappen (Niederlande) gewann im Vorjahr in Spanien und kürte sich mit 18 Jahren zum jüngsten Rennsieger der Formel-1-Geschichte. Sein ambitioniertes Red-Bull-Team hofft dank umfangreicher Updates, den bislang erheblichen Rückstand auf Ferrari und Mercedes zu verkürzen.

Wer ist Favorit?

Die Eindrücke der Testfahrten sprechen recht eindeutig für Vettel. Der Ferrari des Heppenheimers lag vor knapp zwei Monaten auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya wie ein Brett und gab auch den Ingenieuren von Weltmeister-Rennstall Mercedes Rätsel auf. Allerdings ist Barcelona nicht als Vettels Lieblingsstrecke bekannt, nur 2011 gewann der Ferrari-Star in Spanien (bei 44 Grand-Prix-Siegen insgesamt). Ausgemachte Experten für die Strecke gibt es aber ebenfalls nicht: Von den aktuellen Piloten weisen Alonso (2006 und 2013) sowie Vettels finnischer Teamkollege Kimi Räikkönen (2005 und 2008) mit jeweils zwei Siegen die beste Bilanz auf.

Was machen die anderen Deutschen?

Das Übliche. Nico Hülkenberg bringt den Renault im Qualifying regelmäßig an seine Leistungsgrenzen - und sogar darüber hinaus. Über eine Renndistanz sind für den Emmericher unter Normalbedingungen ein paar Punkte das Maximum. Pascal Wehrleins Leistungen im unterlegenen Sauber waren nach überstandener Wirbelverletzung gut bis ordentlich, für die ersten Punkte der Saison müsste die Konkurrenz aber erheblich mitspielen.