Tauberbischofsheim (SID) - Das Fechtzentrum Tauberbischofsheim kommt nicht zu Ruhe: Harald Stempfer, derzeit Geschäftsführer des Fechtclubs Tauberbischofsheim, beendet nach nicht einmal eineinhalb Jahren seine Tätigkeit zum 31. Mai. Der 63-Jährige betonte allerdings ausdrücklich, dass sein Abschied nichts mit den im Raum stehenden Belästigungsvorwürfen gegen einen ehemaligen Trainer am Stützpunkt zu tun habe. 

"Es ist eine Fügung des Schicksals, dass mein Weggang ausgerechnet in den Zeitraum der Vorwürfe fällt. Auch ohne diese Vorwürfe und Ereignisse wäre meine Zeit hier zu Ende gewesen", sagte Stempfer den Fränkischen Nachrichten. 

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte berichtet, mehrere Sportlerinnen am Fechtzentrum seien zwischen 2003 und 2016 von dem Trainer belästigt worden, zudem soll Hinweisen nicht nachgegangen worden sein. Der Beschuldigte hat sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Inzwischen hat der Verein eine unabhängige Kommission eingesetzt, die die Vorwürfe aufklären soll. Die Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche erklärt, kein Ermittlungsverfahren gegen den Trainer einzuleiten.

Vielmehr lässt sich der Abgang Stempfers offenbar mit internen Querelen am einst so erfolgreichen, inzwischen aber kriselnden Stützpunkt erklären. "Ich sah die Ziele und Vorhaben, die ich mir vorgenommen hatte, für nicht mehr realisierbar. Die Einflüsse von außen und innen waren nicht immer einfach", sagte Stempfer: "Die Bereitschaft zur notwendigen und wichtigen Veränderung war bei manchen Personen nicht besonders stark ausgeprägt." 

Stempfer, der nach eigener Aussage ein lukratives Angebot vorliegen hat, ist bereits das zweite Mitglied, das vorzeitig aus dem Vorstand ausscheidet. "Diese Entscheidung kam für uns schon überraschend. Wir haben auf Harald Stempfer gesetzt, weil er sich sehr gut auskennt", sagte Lothar Derr, eines der noch vier verbliebenen FC-Vorstandsmitglieder. Derr betonte, dass der Vorstand weiterhin handlungsfähig sei.