Manama (SID) - FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Arbeit der geschassten Ethiker zumindest indirekt kritisiert. "Ich finde es etwas traurig, dass es noch Hunderte offene Fälle geben soll", sagte Infantino nach dem FIFA-Kongress: "Ich hoffe, dass sie jetzt behandelt werden." Es sei zudem auch deutlich geworden, dass die großen Entscheidungen die waren, bei "denen die staatlichen Behörden eingegriffen haben", sagte der Schweizer.

Der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert und Chefermittler Cornel Borbely waren vom FIFA-Council nicht zur Wiederwahl vorgeschlagen worden. Im Anschluss kritisierten beide die Entscheidung scharf und teilten während einer Pressekonferenz mit, dass es noch "mehrere Hundert" laufende Untersuchungen gebe, bei denen Stillstand drohe.

"Dass einige ehemalige Mitglieder meinen, Kommentare abgeben zu müssen, ist schade", sagte Infantino, der die Council-Entscheidung lapidar als "Prozess" abtat. "Mandate enden, es gibt Vorschläge und Diskussionen", sagte Infantino: "Die neuen Kommissions-Mitglieder sind seriöse Experten, die ihre Qualitäten bewiesen haben."

Die Ethikkommission hatte allein seit 2015 mehr als 70 Funktionäre sanktioniert, darunter auch Ex-Präsident Joseph S. Blatter und Michel Platini.