Berlin (SID) - Der deutsche Meister Berlin Recycling Volleys hat Bundestrainer Andrea Giani und den Deutschen Volleyball-Verband (DVV) wegen des Wechsels von Nationalspieler Ruben Schott nach Italien heftig kritisiert und Konsequenzen angekündigt. Giani ist gleichzeitig auch Coach des italienischen Erstligisten Powervolley Mailand, bei dem der 22 Jahre alte Außengreifer künftig spielt.

"Der Bundestrainer hat diese Position ausgenutzt. Der Vorgang ist ein Skandal", sagte Volleys-Geschäftsführer Kaweh Niroomand mehreren Berliner Medien. Den DVV kritisierte Niromaand, weil dieser "tatenlos" zusehe. Es werde daher "keine Zusammenarbeit" mehr mit dem Verband geben. Und: Wenn Giani noch einmal in die Max-Schmeling-Halle komme, werde Niroomand ihn "eigenhändig" rausschmeißen.

"Ich habe Ruben nie angerufen oder ihn versucht zu überreden", sagte Giani der Berliner Morgenpost: "Berlin hatte die Möglichkeit, ihn zu überzeugen, es ist seine Entscheidung." Schott selbst betonte am Freitag auf Facebook: "Ich habe bis heute nicht einmal (!) mit Andrea Giani über diesen Wechsel gesprochen, selbst als ich die letzten zwei Tage bei der Nationalmannschaft war. Er war kein Grund für den Wechsel und ich denke er kann die beiden Tätigkeiten auch gut trennen."

Auch der DVV betonte, der Bundestrainer habe Schott keinesfalls abgeworben. "Der Berater von Ruben Schott hat mehrere ausländische Vereine kontaktiert, ob diese gegebenenfalls Interesse an einer Verpflichtung von Ruben Schott haben. Daraufhin erst ist Mailand tätig geworden und hat ein Angebot abgegeben", sagte DVV-Sportdirektor Christian Dünnes.

Schott durchlief in Berlin die Nachwuchsabteilung und schaffte als 18-Jähriger den Sprung in die Profimannschaft. Seitdem gewann er mit dem Hauptstadtklub vier Meistertitel und wurde zum Nationalspieler. "Es war schon immer mein Ziel, irgendwann einmal im Ausland zu spielen. Die italienische Liga ist weltweit eine der besten. Als sich diese Chance nun bot, musste ich diese einfach ergreifen", sagte Schott: "Ich habe mich hier immer wohl gefühlt und hoffe, irgendwann noch einmal das orangene Trikot tragen zu dürfen."