London (dpa) - Die Cyber-Attacke hat das Gesundheitssystem in Großbritannien teilweise lahmgelegt. Zahlreiche Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen in England und Schottland waren betroffen. Patienten berichteten über chaotische Zustände.

Kranke waren gebeten worden, nur in dringenden Fällen in Notaufnahmen zu kommen. Bis zum Samstagabend hatte sich die Lage aber weitgehend normalisiert.

Auch Krebs- und Herzpatienten, deren Daten nicht zur Verfügung standen, wurden nach Hause geschickt. Viele Kranke mussten in andere Kliniken umgeleitet werden. Einige Gesundheitseinrichtungen hatten vorsichtshalber ihre Computer heruntergefahren.

Unterdessen nahm die Kritik an mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen des Nationalen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) zu. Innenministerin Amber Rudd sagte, der NHS müsse seine IT-Systeme dringend besser schützen. Am Samstagabend war der Betrieb nur noch in wenigen Einrichtungen gestört. Patientendaten wurden der Innenministerin zufolge nicht gestohlen. Der NHS steckt in einer tiefen Krise und leidet unter Finanznot.

Die Attacke beeinträchtigte vorübergehend auch den Betrieb des japanischen Autoherstellers Nissan im englischen Sunderland.

Betroffen von dem Angriff waren Computer, auf der ganzen Welt, darunter auch welche bei der Deutschen Bahn sowie in Russland und Taiwan. Sie wurden von sogenannten Erpressungstrojanern befallen, die sie verschlüsseln und Lösegeld verlangen. Dabei wurde Experten zufolge eine Sicherheitslücke ausgenutzt, die ursprünglich vom US-Abhördienst NSA entdeckt worden war, aber vor einigen Monaten von Hackern öffentlich gemacht wurde. Die Schwachstelle wurde zwar im März von Microsoft geschlossen - aber geschützt waren nur Computer, auf denen das Update installiert wurde.

Screenshot eines betroffenen Computers BBC-Tweet - Englisch