Shanghai (SID) - Diskus-Olympiasieger Christoph Harting (Berlin) hatte beim Start in die WM-Saison noch reichlich Sand im Getriebe. Der 27-Jährige kam beim zweiten Diamond-League-Meeting der Saison in Shanghai am Samstag nur auf Platz fünf und blieb mit 63,47 m klar unter seinen Möglichkeiten. Noch schlechter schnitt Daniel Jasinski ab. Der Olympiadritte aus Wattenscheid musste sich mit Platz sieben und schwachen 59,44 m begnügen.

In einem mäßigen Wettbewerb unter schwierigen Bedingungen reichten dem WM-Zweiten Philip Mladenov (Belgien) 64,94 m zum Sieg vor Polens Weltmeister Piotr Malachowski (64,36). London-Olympiasieger Robert Harting hatte nach einem Magen-Darm-Virus seinen Start in Shanghai abgesagt und damit das Bruderduell platzen lassen.

Bei den Diskus-Frauen kam die frühere WM-Zweite Nadine Müller (Halle/Saale) beim Sieg der kroatischen Olympiasiegerin Sandra Perkovic (66,47) mit 64,36 m auf Platz vier und übertraf deutlich die Norm für die WM in London (4. bis 13. August). Julia Harting (Berlin) blieb als Siebte (62,49) ebenfalls über der London-Vorgabe (61,20).

Der frühere Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) startete ebenfalls schwach in die Freiluft-Saison. Der 27-Jährige kam nicht über 5,50 m und Platz sechs hinaus. Den hochkarätig besetzten Wettkampf gewann der Olympiadritte Sam Kendricks (USA) mit starken 5,88 m vor Weltrekordler Renaud Lavillenie (Frankreich/5,83) und Weltmeister Shawn Barber (Kanada/5,60). Olympiasieger Thiago Braz (Brasilien/5,60) wurde Vierter.  

Nach ihrem Hindernis-Rekord von Doha wagte sich Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause in Shanghai als Härtetest unter die 5000-m-Spezialistinnen. Als Zwölfte hatte die Triererin in 15:24,53 aber mehr als eine Minute Rückstand auf Kenias Olympiazweite Hellen Obiri, die in der Jahresweltbestzeit von 14:22,47 gewann.

Olympia-Halbfinalist Gregor Traber (Tübingen) kam über 110 m Hürden in einem sehr stark besetzten Feld in 13,41 Sekunden auf Platz sieben. Beim Sieg von Jamaikas Olympiasieger Omar McLeod (13,09) belegte der russische Weltmeister Sergej Schubenkow bei seinem Comeback nach der Zulassung als neutraler Athlet Rang fünf (13,35).   

Schon in bestechender Form zeigte sich Jamaikas Star-Sprinterin Elaine Thompson. Die Doppel-Olympiasiegerin von Rio gewann über 100 m trotz leichten Gegenwindes (0,3 m/s) in der Jahresweltbestzeit von 10,78 Sekunden mit großem Vorsprung auf die Olympiazweite Tori Bowie (USA/11,04).